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UBS sieht Kaufgelegenheit bei Anleihen trotz EZB-Zinssorgen

Steigende Renditen machen Anleihen attraktiv – UBS hält Markterwartungen für künftige EZB-Zinserhöhungen für übertrieben.

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UBS sieht Kaufgelegenheit bei Anleihen trotz EZB-Zinssorgen

Die Schweizer Großbank UBS sieht im aktuellen Anleiheausverkauf eine attraktive Kaufgelegenheit. Trotz wachsender Sorgen über energiegetriebene Inflation ist die Bank der Ansicht, dass Anleger das Ausmaß künftiger EZB-Zinserhöhungen deutlich überbewerten. Die gestiegenen Renditen eröffnen damit aus Sicht der UBS interessante Einstiegsmöglichkeiten für Investoren.

Hintergrund ist die zunehmende Besorgnis innerhalb der Europäischen Zentralbank über Inflationsrisiken, die mit höheren Energiepreisen zusammenhängen. Dies veranlasste die UBS, ihre eigenen Erwartungen für EZB-Zinserhöhungen sowie für deutsche Bundesanleiherenditen nach oben anzupassen. Dennoch betont die Bank, dass die Entscheidungsträger letztlich Inflationssorgen gegen ein sich abschwächendes wirtschaftliches Umfeld abwägen müssen.

Schwächelnde Konjunktur begrenzt Spielraum der EZB

Als zentrales Argument für ihre Einschätzung verweist die UBS auf konkrete Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel von 48,8 im April auf 47,5 im Mai – der stärkste Rückgang der Privatsektor-Aktivität seit Oktober 2023. Ein Wert unter 50 signalisiert dabei eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität.

Darüber hinaus nennt die UBS eine schwächere Nachfrage, weichere Beschäftigungstrends und ein sinkendes Geschäftsvertrauen als weitere Faktoren, die den Spielraum für eine längere geldpolitische Straffung begrenzen sollten. Diese Kombination aus nachlassendem Wachstum und rückläufiger Stimmung spricht aus Sicht der Bank gegen einen anhaltenden Zinserhöhungszyklus.

Unterstützung für ihre These findet die UBS auch in Äußerungen des EZB-Ratsmitglieds Olli Rehn. Dieser hatte darauf hingewiesen, dass die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen weitgehend verankert bleiben. Laut UBS verringert dies die Notwendigkeit eines anhaltenden Straffungszyklus und stützt die Ansicht, dass die derzeitigen Markteinpreisungen für künftige Zinserhöhungen übertrieben sind.

Geopolitische Entspannung als zusätzlicher Katalysator

Einen weiteren möglichen Treiber für sinkende Anleiherenditen sieht die UBS in einer potenziellen diplomatischen Lösung im Nahen Osten. Eine solche Entwicklung könnte den Druck auf die Energieversorgung mildern und zur Mäßigung der Inflation beitragen. Dies würde es den Zentralbanken ermöglichen, eine weniger restriktive Haltung einzunehmen, und die Aufmerksamkeit der Anleger wieder auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten lenken.

Vor diesem Hintergrund bleibt die UBS für hochwertige festverzinsliche Wertpapiere konstruktiv eingestellt. Besonders attraktiv erscheinen der Bank Anleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeit. Das aktuelle Renditeniveau biete sowohl attraktive Ertragschancen als auch potenzielle Kursgewinne, während sich das Wachstum verlangsamt und die Märkte das Ausmaß künftiger Zinserhöhungen neu bewerten.

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung der UBS besonders relevant, da Bundesanleihen als Benchmark für den europäischen Anleihenmarkt gelten. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse – wer jetzt einsteigt, könnte von einer Kurserholung profitieren, sofern die EZB tatsächlich weniger aggressiv vorgeht als vom Markt erwartet.

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