UBS sieht britisches Pfund durch Nahost-Konflikt gefährdet
Die Schweizer Großbank hält an ihrer bearishen Pfund-Einschätzung fest und nennt Energierisiken als zentralen Belastungsfaktor.

Die Strategen der UBS bekräftigen ihre pessimistische Haltung gegenüber dem britischen Pfund. Als Kursziele nennt die Bank EUR/GBP 0,89 und GBP/USD 1,31 bis Ende des zweiten Quartals 2025. Ausschlaggebend sind die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Energiemärkte.
Das Pfund hatte sich zuletzt überraschend stark gezeigt: Seit dem 27. Februar legte Sterling gegenüber dem Euro um rund 1,3 Prozent zu. Getrieben wurde diese Bewegung durch einen starken Rückgang der kurzfristigen GBP-Zinsen, der die Zinsbewegungen im Euroraum übertraf. Diese Zinsneubewerung überschattete vorübergehend die strukturellen Schwächen der britischen Währung.
Mehrere Faktoren belasten den Ausblick
Die UBS sieht die Risiken für das Pfund kurzfristig klar nach unten gerichtet. Ein negativer Wachstumsschock durch höhere Energiekosten in Verbindung mit erhöhten Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) belastet den fiskalischen Ausblick Großbritanniens erheblich. Staatliche Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher könnten diesen Druck zusätzlich verstärken.
Höhere Energiekosten würden zudem die britische Leistungsbilanz durch einen Terms-of-Trade-Schock verschlechtern. Ausländische Investoren könnten vorsichtiger gegenüber Gilts werden, was auch die breite Basisbilanz belasten würde. Ein Inflationsschock in einer bereits schwachen Wirtschaft dürfte zu einer Nachfragezerstörung führen – anders als in den Jahren 2021 und 2022, als Pandemie-Stimuli die Konjunktur stützten.
Darüber hinaus erschwert ein lockerer Arbeitsmarkt das Lohnwachstum, was die Realeinkommen unter Druck setzt und den privaten Konsum trifft. Unternehmensinvestitionen würden ebenfalls leiden, da schwächere Verbraucher es Firmen erschweren, gestiegene Inputkosten weiterzugeben.
Bank of England dürfte Zinsen zunächst stabil halten
Die UBS-Ökonomen erwarten, dass die Bank of England auf ihrer MPC-Sitzung am 19. März die Zinsen unverändert lässt. Hintergrund ist die Unsicherheit über einen möglichen Inflationsschock durch steigende Öl- und Gaspreise. Alles, was die Verankerung der Inflationserwartungen gefährdet, dürfte die Notenbanker zu größerer Vorsicht bei weiteren Zinssenkungen veranlassen.
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Zur AktienanalyseMittelfristig rechnet die UBS dennoch mit Zinssenkungen: Im April und Juli soll die Bank of England jeweils 25 Basispunkte senken, womit der Endzins bei 3,25 Prozent liegen würde. Die Bank weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass das Risiko bei weniger oder späteren Senkungen liegt – abhängig von der weiteren Entwicklung an den Energiemärkten.
Für das Jahresende hält die UBS an ihrem EUR/GBP-Ziel von 0,85 fest und erwartet eine Erholung des Pfunds in der zweiten Jahreshälfte, wenn die innenpolitische Unsicherheit nach den britischen Kommunal- und Regionalwahlen am 7. Mai nachlässt. Allerdings betont die Bank, dass wesentliche Bestandteile dieser positiven Langfristeinschätzung – darunter ein günstiges Leistungsbilanzumfeld, niedrige Energiekosten und verbesserte Unternehmensinvestitionen – gefährdet sind, sollte der Nahost-Konflikt andauern.

