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UBS setzt 2027 auf Real Assets: Rohstoffe, Infrastruktur, Immobilien

Die Großbank bevorzugt physische Vermögenswerte, weil KI die Nachfrage nach Rechenzentren, Strom und Infrastruktur antreibt.

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UBS setzt 2027 auf Real Assets: Rohstoffe, Infrastruktur, Immobilien

Die UBS rückt für das Jahr 2027 reale Vermögenswerte in den Mittelpunkt ihrer Anlagestrategie. Wie das Chief Investment Office der Bank in einem Bericht mitteilt, bevorzugt sie Real Assets wie Rohstoffe, Infrastruktur und Immobilien. Als treibende Kraft nennt die Bank die künstliche Intelligenz (KI), die die Nachfrage nach Rechenzentren, Strom und elektrischer Infrastruktur deutlich steigert.

Real Assets sind physische Vermögenswerte, deren Wert aus ihren Eigenschaften und ihrer Nutzung in der realen Welt resultiert. Dazu zählen Immobilien, Infrastrukturen wie Stromnetze und digitale Infrastrukturen sowie Rohstoffe. Letztere umfassen Energieträger, Metalle und landwirtschaftliche Produkte. Für deutsche Anleger ist diese Anlageklasse interessant, weil sie sich in ihrer Wertentwicklung häufig anders verhält als klassische Aktien und Anleihen.

Elektrifizierung und Energiesicherheit als Treiber

Nach Einschätzung der UBS kurbeln mehrere Entwicklungen die Ausgaben für Strom, industrielle Kapazitäten und Infrastruktur an. Genannt werden die Elektrifizierung, die Energiesicherheit und die Neuausrichtung von Lieferketten. Diese Faktoren könnten sich positiv auf industrielle Rohstoffe und Infrastruktur-Assets auswirken.

Im Immobiliensektor ist die Bautätigkeit in vielen Bereichen zurückgegangen, was das künftige Angebot begrenzt. Der Bank zufolge scheinen Rechenzentren, Seniorenwohnanlagen, Mehrfamilienhäuser und hochwertige Büroflächen besonders gut positioniert zu sein. Das sehr niedrige neue Angebot sollte Preis- und Mietsteigerungen stützen.

Eine Sonderrolle nimmt Gold ein. Unsicherheiten in der Fiskalpolitik, geopolitische Schocks und Inflationsbedenken könnten die Nachfrage nach dem Edelmetall als Wertspeicher und Absicherungsinstrument unterstützen, so die Brokerin.

Drei Szenarien für die Entwicklung

Die UBS skizziert in ihrem Bericht mehrere Szenarien. Im Basis-Szenario könnten anhaltende Investitionen in KI-Kapazitäten, Stromerzeugung, Elektrifizierung, Verteidigung, Energiesicherheit und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten Rohstoffe und Infrastruktur begünstigen. Steigert die KI die Produktivität stärker als erwartet, könnten industrielle Rohstoffe und Infrastruktur weiter profitieren, während Gold zurückfallen könnte, wenn die Risikoaufschläge für fiskalische und geopolitische Risiken schwinden.

Sollten die KI-Investitionen dagegen stark rückläufig sein, könnten zyklische Rohstoffe und Energie schwächer werden. Gold könnte in diesem Fall besser standhalten, falls die Realzinsen sinken. Eine persistente strukturelle Inflation wiederum dürfte sich insbesondere positiv auf Energie, Industriemetalle, Infrastruktur und Gold auswirken.

Die Bank benennt zugleich erhebliche Risiken. Höhere Zinsen oder strengere Finanzierungsbedingungen könnten sich negativ auf die Bewertungen von Infrastruktur und Immobilien auswirken und die Refinanzierungskosten erhöhen. Ein langsameres Wirtschaftswachstum könnte zyklischen Rohstoffen und Infrastruktur schaden. Auch eine schwächere als erwartete KI-Investitionstätigkeit könnte die Nachfrage nach einigen Rohstoffen dämpfen.

Hinzu kommen operative Hürden: Infrastrukturprojekte können mit Verzögerungen bei Genehmigungsverfahren, Netzengpässen, Engpässen bei Ausrüstung oder Arbeitskräften sowie Kostenüberschreitungen konfrontiert sein.

Real Assets als Diversifikator, nicht als Defensiv-Anlage

Die UBS betont ausdrücklich, dass Real Assets nicht als einzelne oder „defensive" Assetklasse behandelt werden sollten. Die Performance variiere zwischen den Sektoren und unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen erheblich. Die Hauptrolle sieht die Bank daher in der Diversifikation: Rohstoffe wiesen historisch gesehen eine relativ geringe Korrelation zu traditionellen Assetklassen auf. Private Infrastrukturen hätten eine niedrige Korrelation zu einem traditionellen 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen gezeigt.

Für Privatanleger bedeutet das, Real Assets als Baustein einer breit aufgestellten Strategie zu verstehen – nicht als pauschale Absicherung. Wer in Rohstoffe, Infrastruktur oder Immobilien investiert, sollte die unterschiedlichen Risikoprofile der einzelnen Segmente genau prüfen.

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