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UBS senkt Silberpreisprognosen deutlich – das sind die neuen Kursziele

Schwächere Nachfrage, höheres Angebot: UBS revidiert Silberpreis-Ausblick über alle Zeithorizonte nach unten.

UBS senkt Silberpreisprognosen deutlich – das sind die neuen Kursziele

Die UBS hat ihre Prognosen für den Silberpreis über mehrere Zeithorizonte hinweg deutlich gesenkt. Als Gründe nennt die Schweizer Großbank eine schwächere Investmentnachfrage, einen geringeren industriellen Verbrauch sowie ein höheres Minenangebot. Der Spot-Silberpreis notiert derzeit bei rund 73,80 US-Dollar.

Konkret prognostiziert die UBS den Silberpreis für Ende Juni nun bei 85 US-Dollar – gegenüber einem vorherigen Ausblick von 100 US-Dollar. Das September-Ziel wurde von 95 auf 85 US-Dollar gesenkt, das Dezember-Ziel von 85 auf 80 US-Dollar. Die Prognose für März 2027 liegt nun bei 75 US-Dollar, nach zuvor 85 US-Dollar.

Drastisch reduziertes Marktdefizit

Kern der Revision ist eine Neubewertung der Angebots-Nachfrage-Bilanz am Silbermarkt. Die UBS erwartet nun, dass sich das Defizit im Jahr 2026 auf etwa 60 bis 70 Millionen Unzen verringern wird – eine drastische Reduzierung gegenüber der vorherigen Schätzung von rund 300 Millionen Unzen.

„Für 2026 erwarten wir aufgrund der gestiegenen Preise eine schwächere Nachfrage aus der Photovoltaik; zudem belasten die höheren Preise die Nachfrage nach Silberwaren und Schmuck", schrieben die UBS-Strategen Wayne Gordon und Dominic Schnider in einer Mitteilung. „Zusammenfassend schätzen wir, dass diese Kanäle die Nachfrage um etwa 50 Millionen Unzen reduzieren werden", fügten sie hinzu.

Auf der Angebotsseite sehen die Strategen ein „leicht stärkeres Umfeld", wobei die Minenproduktion voraussichtlich etwa 850 Millionen Unzen erreichen wird. Damit steigt das verfügbare Angebot spürbar, was den Preisdruck zusätzlich verstärkt.

Investmentnachfrage und ETF-Abflüsse belasten den Markt

Auch die Investmentnachfrage hat sich laut UBS merklich abgeschwächt. Die gesamten bekannten ETF-Bestände sind um fast 70 Millionen Unzen auf rund 794 Millionen Unzen gesunken. Gleichzeitig gingen die spekulativen Netto-Futures-Positionen auf knapp über 100 Millionen Unzen zurück.

Infolgedessen senkte die Bank ihre Schätzung für die Investmentnachfrage im Gesamtjahr von über 400 Millionen Unzen auf 300 Millionen Unzen. Die UBS bezeichnete diese Schätzung angesichts der bisherigen Abflüsse in diesem Jahr selbst als „immer noch großzügig".

„In Übereinstimmung mit dem geringeren Defizit haben wir unseren Preisausblick über alle Prognosehorizonte hinweg gesenkt. In unserem Basisszenario erwarten wir, dass der Silberpreis weitgehend seitwärts tendieren wird", so die Strategen.

Gold als stabilisierender Anker für Silber

Trotz der Abwärtsrevisionen verzichtete die UBS auf noch aggressivere Kürzungen. Als stabilisierende Kraft verweist die Bank auf den Goldpreis. „Wir erwarten weiterhin, dass die Goldpreise nach oben tendieren werden, was einen wichtigen Anker für Silber darstellt", erklärten die Strategen. Zudem habe die Korrelation zwischen Gold und Silber zuletzt zugenommen.

Die Bank geht davon aus, dass sich das Gold-Silber-Verhältnis im Laufe der Zeit in Richtung 75 bis 80 bewegen wird. Dieses Verhältnis ist für Edelmetall-Investoren ein wichtiger Indikator, um die relative Bewertung beider Metalle einzuschätzen.

Strategie: Volatilität verkaufen statt Long-Positionen halten

In Bezug auf die Anlagestrategie bevorzugt die UBS weiterhin den Verkauf von Volatilität gegenüber reinen Long-Positionen in Silber. Obwohl die implizite Volatilität gegenüber dem Jahresbeginn deutlich gesunken ist – als die realisierte Ein-Monats-Volatilität im Februar kurzzeitig 150 Prozent erreichte –, bleibt sie im historischen Vergleich erhöht.

„Wir halten den Verkauf von Abwärtsrisiken zur Vereinnahmung von Carry-Erträgen über die nächsten drei Monate für attraktiv", so die Bank. Für deutsche Privatanleger bedeutet dies: Die UBS sieht kurzfristig wenig Aufwärtspotenzial bei Silber, hält aber strukturell an einer positiven Einschätzung des Edelmetalls fest – gestützt durch die erwartete Goldpreisentwicklung.

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