UBS senkt britische Wachstumsprognose wegen steigender Energiepreise
Energiepreisschock nach Iran-Konflikt belastet Großbritanniens Wirtschaft – UBS halbiert Wachstumsausblick für 2026.

Die UBS hat ihre Wachstumsprognose für die britische Wirtschaft im Jahr 2026 deutlich nach unten korrigiert. Die Schweizer Großbank senkte ihre Erwartung von 1,1% auf nur noch 0,6% – eine Halbierung des prognostizierten Wachstums. Als Hauptursache nennt die Bank die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts, die sowohl die Inflation anheizen als auch Konsumausgaben und Unternehmensmargen belasten.
Hintergrund der Revision ist ein seit zwei Wochen geltender Waffenstillstand im Iran. Dennoch haben die Energiemärkte bereits erhebliche Verwerfungen erlitten: Die Ölpreise sind seit Beginn des Konflikts um rund 40% gestiegen, die Gasgroßhandelspreise sogar um etwa 50%. UBS-Ökonom Dean Turner erklärte, die Bank sei der Ansicht, dass „der Punkt des maximalen Risikos" an den globalen Energiemärkten möglicherweise überschritten sei – wenngleich die Verhandlungen weiterhin unvorhersehbar blieben.
Inflation steigt bis Jahresende auf fast 4%
Bei der Inflation erwartet die UBS zunächst eine kurzfristige Entspannung: Die Gesamtinflation im Vereinigten Königreich soll im April auf etwa 2,5% gegenüber dem Vorjahr sinken, begünstigt durch regulierte Preisanpassungen und Haushaltsmaßnahmen. Doch die Erleichterung dürfte nur von kurzer Dauer sein. Bis zum Jahresende rechnet die UBS mit einem erneuten Anstieg auf nahezu 4%.
Die Kerninflation – also die Teuerungsrate ohne volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise – wird das Jahr 2026 voraussichtlich unter der im Februar verzeichneten Rate von 3,2% gegenüber dem Vorjahr beenden. Turner relativierte die Lage mit Blick auf die Energiekrise von 2022: „Das sind keine guten Nachrichten, aber wir sind weit entfernt von den Niveaus, die wir 2022 ertragen mussten."
Breite Belastung für Verbraucher und Unternehmen
Die Auswirkungen der höheren Energiepreise sind vielfältig. Höhere Kosten für Benzin, Diesel und Heizung verringern das verfügbare Einkommen der Haushalte direkt. Besonders hart trifft es energieintensive Hersteller, die mit den stärksten Kostensteigerungen konfrontiert sind. Aber auch Unternehmen im Dienstleistungssektor bleiben nicht verschont, da die betrieblichen Gemeinkosten ebenfalls steigen dürften.
Die UBS beschreibt dabei ein klassisches Dilemma: Unternehmen, die in der Lage sind, gestiegene Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, erhöhen den Inflationsdruck. Jene, denen dies nicht gelingt, sehen ihre Gewinne sinken – was den Spielraum für Investitionen, Neueinstellungen und Lohnwachstum einschränkt. Dennoch betonte die Bank, dass der breitere wirtschaftliche Schaden begrenzt bleiben dürfte, da Energiekosten (ohne Kraftstoffe) nur einen relativ geringen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen.
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Zur AktienanalyseGeldpolitik: Keine Zinserhöhungen der Bank of England erwartet
In Bezug auf die Geldpolitik positioniert sich die UBS klar gegen die aktuelle Marktmeinung. Während Marktteilnehmer für 2026 mit Zinserhöhungen der Bank of England rechnen, hält die UBS dies für unwahrscheinlich. „Ein längeres Festhalten am aktuellen Niveau erscheint viel wahrscheinlicher", so Turner. Stattdessen empfiehlt er qualitativ hochwertige Anleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit, die „auf dem aktuellen Niveau weiterhin attraktive Renditen bieten – sicherlich bessere als die für Barmittel verfügbaren".
Für die Portfolioausrichtung lautet die Empfehlung der UBS: Risiken reduzieren, aber investiert bleiben und das Engagement in zyklischen Vermögenswerten verringern. Die Bank warnt dabei ausdrücklich vor einem vollständigen Ausstieg aus dem Markt. Markterholungen nach positiven Nachrichten – wie etwa der Ankündigung des Waffenstillstands – könnten „rasch eintreten". Eine Rezession hält die UBS trotz der deutlichen Abwärtskorrektur für unwahrscheinlich.


