UBS erwartet MAS-Straffung im Oktober bei steigender Inflation
Die UBS prognostiziert für Juli eine unveränderte Geldpolitik in Singapur, rechnet aber im Oktober mit einer Straffung durch die MAS.

Die Schweizer Großbank UBS erwartet, dass die Monetary Authority of Singapore (MAS) ihre geldpolitischen Parameter bei der nächsten Sitzung im Juli unverändert lassen wird. Für Oktober hingegen rechnet die Bank mit einer Straffung der Geldpolitik, da die Inflation in Singapur in den kommenden Monaten voraussichtlich anziehen wird. Die MAS ist die Zentralbank und Finanzaufsichtsbehörde Singapurs und steuert die Geldpolitik über den Wechselkurs des Singapur-Dollars, nicht über Zinssätze wie die meisten anderen Zentralbanken.
Die UBS behält ihre bestehenden USD/SGD-Wechselkursprognosen unverändert bei. Demnach erwartet die Bank einen Kurs von 1,26 bis Ende September 2026, gefolgt von 1,25 bis Ende Dezember 2026. Für das erste Quartal 2027 prognostiziert die UBS ebenfalls einen Kurs von 1,25, der bis Ende Juni 2027 auf 1,24 sinken soll. Diese Prognosen spiegeln eine schrittweise Aufwertung des Singapur-Dollars gegenüber dem US-Dollar wider.
USD-Schwäche und Fed-Zinspolitik im Fokus
Ein zentrales Element der UBS-Analyse ist die Einschätzung zur künftigen Stärke des US-Dollars. Die Bank geht davon aus, dass die Stärke des Greenbacks mittelfristig nachlassen wird. Besonders bemerkenswert ist dabei die abweichende Einschätzung zur US-Notenbank Federal Reserve: Die UBS ist der Ansicht, dass die Fed die Zinsen wahrscheinlich nicht anheben wird – im Gegensatz zur aktuellen Markteinpreisung, die bis Juni 2027 Zinserhöhungen der Fed um insgesamt 45 Basispunkte einpreist.
Diese divergierende Sichtweise ist für Anleger bedeutsam, da Zinserwartungen maßgeblich die Wechselkursentwicklung beeinflussen. Sollte die UBS mit ihrer Einschätzung richtig liegen und die Fed tatsächlich auf Zinserhöhungen verzichten, würde dies den US-Dollar tendenziell schwächen und den Singapur-Dollar stärken – was mit den Wechselkursprognosen der Bank konsistent wäre.
Strategie für SGD-basierte Portfolios
Für Anleger, die in Singapur-Dollar denominierte Portfolios halten, empfiehlt die UBS eine spezifische Handelsstrategie. Die Bank bevorzugt den Verkauf des Abwärtsrisikos beim Währungspaar AUD/SGD auf Niveaus unterhalb von 0,885, um eine Zusatzrendite zu erzielen. Diese Strategie trägt laut UBS den niedrigen Inlandszinsen in der Region Rechnung.
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Zur AktienanalyseDer Hintergrund dieser Empfehlung liegt in der besonderen geldpolitischen Situation Südostasiens. In einem Umfeld niedriger Zinsen suchen Anleger nach alternativen Wegen, um Rendite zu generieren. Der Verkauf von Optionen auf Währungspaare – in diesem Fall das Abwärtsrisiko beim AUD/SGD – ist eine solche Methode, die in der professionellen Portfolioverwaltung eingesetzt wird.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung des Singapur-Dollars vor allem im Kontext globaler Währungsstrategien und der Diversifikation in asiatische Märkte relevant. Singapur gilt als eines der stabilsten Finanzzentren Asiens, und der Singapur-Dollar wird häufig als sicherer Hafen in der Region betrachtet. Die Einschätzungen der UBS zur MAS-Geldpolitik und zum USD/SGD-Kurs liefern wichtige Orientierungspunkte für alle, die in dieser Währungsregion engagiert sind.


