UBS erhöht Prognose: Big Tech plant Anleihen über 360 Milliarden Dollar
Investmentbank hebt Schätzung um 20 Prozent an – Technologiegiganten brauchen Kapital für KI-Rechenzentren

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Prognose für die Emission von Unternehmensanleihen durch US-Technologiekonzerne deutlich nach oben korrigiert. Statt der ursprünglich erwarteten 300 Milliarden Dollar rechnen die Analysten nun mit einem Volumen von 360 Milliarden Dollar für das laufende Jahr. Grund sind die massiv gestiegenen Investitionspläne der großen Tech-Konzerne, die vor allem in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur fließen sollen.
Meta, Amazon und Alphabet haben in der jüngsten Berichtssaison ihre Kapitalausgaben deutlich erhöht. Die UBS geht davon aus, dass die sogenannten Hyperscaler – also die größten Cloud- und Rechenzentrumsanbieter – ihre Investitionsausgaben 2026 auf fast 770 Milliarden Dollar steigern werden. Das wäre ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber den bisherigen Erwartungen der Bank.
Die höhere Prognose für Tech-Anleihen treibt auch die Gesamtschätzung der UBS für US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating nach oben: von 1,725 Billionen auf 1,8 Billionen Dollar. Der Technologiesektor macht damit ein Fünftel des gesamten Emissionsvolumens aus. Gleichzeitig senkte die Bank ihre Prognose für US-Leveraged Loans von 450 Milliarden auf 360 Milliarden Dollar.
Alphabet erschließt internationale Anleihemärkte
Ein Trend, den die UBS-Analysten beobachten: US-Technologiekonzerne suchen verstärkt auch außerhalb des Dollar-Marktes nach Finanzierungsmöglichkeiten. Alphabet emittierte vergangene Woche Anleihen im Gesamtvolumen von 31,51 Milliarden Dollar und nutzte dabei auch den britischen Pfund- und den Schweizer-Franken-Markt. Die UBS erwartet für 2026 deutlich mehr Nicht-Dollar-Emissionen im Technologiesektor als in den Vorjahren.
Die Emissionen öffentlicher Schuldtitel durch Hyperscaler könnten laut UBS um zusätzliche 40 bis 50 Milliarden Dollar auf bis zu 240 Milliarden Dollar steigen. "US-Technologieunternehmen werden weiterhin weltweit nach Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Investitionsausgaben suchen", schreiben die Analysten in ihrer Mitteilung.
Anleger zweifeln an KI-Renditen
Trotz der massiven Investitionen zeigen sich Anleger zunehmend skeptisch. Die Aktien der großen Technologiekonzerne sind 2026 unter Druck geraten, nachdem sie jahrelang überdurchschnittliche Gewinne erzielt hatten. Investoren hinterfragen, ob die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz ausreichende Renditen abwerfen werden, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen.
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Zur AktienanalyseEnde 2025 begannen die Tech-Giganten verstärkt, die Anleihemärkte zur Finanzierung von KI-Rechenzentren zu nutzen. Dies führte zu einem sprunghaften Anstieg der Emissionen in verschiedenen Segmenten des Rentenmarktes. Gleichzeitig wachsen die Sorgen, wie leistungsstarke KI-Modelle traditionelle Geschäftsmodelle stören könnten.
Die UBS sieht das größte Risiko im Bereich der Leveraged Loans und des Private Credit. Hier seien die durch KI verursachten Disruptionen am stärksten unterbewertet. Potenzielle Ausweitungen der Spreads aufgrund des höheren Risikos könnten die Refinanzierungsaktivitäten beeinträchtigen, warnt die Bank.


