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UBS: Analog-Halbleiter profitieren stark vom KI-Rechenzentrum-Boom

Die Schweizer Großbank sieht enormes Wachstumspotenzial für Leistungshalbleiter bei der Stromversorgung von KI-Infrastrukturen.

UBS: Analog-Halbleiter profitieren stark vom KI-Rechenzentrum-Boom

Der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren weltweit schafft laut UBS erhebliche Wachstumschancen für Hersteller von Analog- und Leistungshalbleitern. Anders als GPUs, die Rechenaufgaben übernehmen, regulieren diese Chips den Stromfluss innerhalb komplexer Rechenzentrumsarchitekturen. Sie wandeln Netzstrom in nutzbare Energie für Server um und stabilisieren die Spannungsversorgung für Hochleistungsprozessoren.

Der steigende Energiebedarf moderner KI-Workloads macht diese Komponenten unverzichtbar. Neue KI-Server-Racks verbrauchen deutlich mehr Strom als herkömmliche IT-Infrastrukturen, was Betreiber zwingt, fortschrittlichere Energiemanagement-Architekturen einzuführen. Laut UBS machen Netzteile und Spannungsreglermodule derzeit rund 70 Prozent des Bedarfs an Leistungshalbleitern in KI-Servern aus.

Marktvolumen soll sich bis 2028 mehr als verdoppeln

UBS erwartet ein starkes Wachstum des adressierbaren Marktes für Leistungshalbleiter in KI-Rechenzentren: von rund 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf etwa 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2026. Bis 2028 könnte das Marktvolumen sogar auf rund 3,8 Milliarden Dollar ansteigen – vorausgesetzt, der Ausbau der KI-Infrastruktur setzt sich im bisherigen Tempo fort.

Ein zentraler Wachstumstreiber ist die steigende Leistungsdichte moderner Server-Racks. Der Strombedarf pro Rack soll von etwa 40 Kilowatt im Jahr 2023 auf bis zu 1 Megawatt im Jahr 2028 klettern – ein Anstieg um den Faktor 25. Dieser Wandel erfordert auch architektonische Änderungen, darunter den Übergang zu 800-Volt-Gleichstromsystemen, die zwar effizienter arbeiten, aber fortschrittlichere Halbleiterkomponenten benötigen.

Infineon und Texas Instruments im Fokus

Unter den Profiteuren dieses Trends hebt UBS besonders Infineon und Texas Instruments als führende Anbieter hervor. Beide Unternehmen sind bereits stark im Segment der Leistungshalbleiter positioniert. Auch Analog Devices, Renesas, ON Semiconductor und STMicroelectronics bauen ihre Präsenz in der Stromversorgung von KI-Rechenzentren gezielt aus.

Für deutsche Anleger ist vor allem Infineon interessant: Der Münchner DAX-Konzern gilt als einer der führenden europäischen Anbieter von Leistungshalbleitern und könnte von der steigenden Nachfrage aus dem KI-Sektor direkt profitieren. UBS mahnt jedoch zur Vorsicht: Sollte sich das Tempo beim Ausbau neuer Rechenzentrumskapazitäten verlangsamen oder es zu Überbestellungen in der Lieferkette kommen, könnte sich das Wachstum im späteren Verlauf des Jahrzehnts abschwächen.

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