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Uber will Delivery Hero komplett übernehmen – reichen 33 Euro?

Der US-Fahrdienstleister bietet 33 Euro je Aktie für den Berliner MDax-Konzern – Aktionäre fordern deutlich mehr.

Uber will Delivery Hero komplett übernehmen – reichen 33 Euro?

Uber hat offiziell Interesse an einer Komplettübernahme von Delivery Hero bekundet. Der US-Fahrdienstleister legte dem Berliner Essenslieferdienst ein Angebot von 33 Euro je Aktie vor – und liegt damit unter dem Schlusskurs vom Freitag. Am Ende des Xetra-Handels notierte die Delivery-Hero-Aktie bei 33,59 Euro, einem Jahreshoch. Nachbörslich auf der Plattform Tradegate kletterte der Kurs sogar auf 35,50 Euro – knapp acht Prozent über dem Angebotspreis.

Delivery Hero bestätigte das Interesse am Samstagnachmittag offiziell. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg bereits am Freitagabend über den möglichen Deal berichtet. Bei mehr als 303 Millionen ausstehenden Aktien ergibt sich auf Basis des Angebotspreises ein Börsenwert von etwas mehr als zehn Milliarden Euro für den MDax-Konzern.

Aktionäre pochen auf mindestens 40 Euro je Aktie

Das Angebot stößt bei wichtigen Investoren auf Widerstand. Laut der „Financial Times" reicht der gebotene Preis mehreren Großaktionären nicht aus. Sie fordern mindestens 40 Euro je Aktie – das würde Delivery Hero mit knapp 13 Milliarden Euro bewerten. Uber steht damit unter Druck, sein Angebot nachzubessern, wenn der Deal gelingen soll.

Die Delivery-Hero-Aktie hatte in den vergangenen zwei Wochen bereits um fast 70 Prozent zugelegt – angetrieben von Spekulationen über eine mögliche Übernahme. Mehrere Entwicklungen hatten diesen Kursanstieg ausgelöst: Am 10. Mai erhöhte der kritische Großaktionär Aspex Management aus Hongkong seine Beteiligung und damit seinen Einfluss auf das Unternehmen. Der Investmentfonds hatte in der Vergangenheit mehrfach einen Führungswechsel gefordert – mit Erfolg.

Am 12. Mai kündigte CEO Niklas Östberg seinen Rücktritt an. Er will seinen Posten bis März 2027 abgeben, der Aufsichtsrat sucht bereits nach einem Nachfolger. Nur wenige Tage später, am 18. Mai, kaufte Uber erneut zu und sicherte sich 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen.

Ubers schneller Aufstieg zum Großaktionär

Uber war 2024 erstmals bei Delivery Hero eingestiegen und verhielt sich zunächst zurückhaltend. Mitte April stockte der Konzern seine Beteiligung auf sieben Prozent auf. Den Einstieg ermöglichte unter anderem die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus: Sie hatte im Zuge der Übernahme des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) Auflagen vom Kartellamt erhalten, ihre Delivery-Hero-Anteile zu reduzieren. Davon profitierten sowohl Aspex als auch Uber, die Prosus in den vergangenen Wochen Aktienpakete abkauften.

Relevant ist dabei die 30-Prozent-Schwelle: Erreicht ein Aktionär diese Marke, ist er nach deutschem Übernahmerecht zu einem Pflichtangebot verpflichtet. Uber teilte den Aktionären daher am vergangenen Montag mit, „derzeit" keine weiteren Anteile erwerben zu wollen – wenige Tage später folgte dennoch die Offerte. Laut Bloomberg hält Morgan Stanley, die Uber beim schnellen Anteilsaufbau mittels Derivaten geholfen haben soll, indirekt durch Finanzinstrumente rund 30 Prozent an Delivery Hero. Prosus hält demnach noch etwa 16,8 Prozent, Aspex Management rund 14,4 Prozent.

DoorDash als möglicher Konkurrent im Bieterwettbewerb

Uber ist offenbar nicht der einzige Interessent. Laut der „Financial Times" verhandelt auch der US-amerikanische Essenslieferdienst DoorDash mit Delivery Hero. Der Eigentümer der Plattform Wolt soll dabei vor allem am Nahostgeschäft des Konzerns interessiert sein – konkret an den Marken Talabat und HungerStation sowie an der türkischen Tochter Yemeksepeti. Auch eine Komplettübernahme durch DoorDash sei demnach denkbar.

Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist in Deutschland selbst aber operativ nicht mehr aktiv – das Deutschlandgeschäft wurde an Just Eat Takeaway verkauft. International zählt der Konzern wegen seiner starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den größten Essenslieferdiensten weltweit. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen direkten Konkurrenten – unter anderem in zahlreichen deutschen Städten. Eine Übernahme von Delivery Hero würde Ubers globale Marktposition im Liefergeschäft erheblich stärken.

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