Tyson Foods senkt Prognose – UBS stuft NXP Semiconductors ab
Rindfleischknappheit belastet Tyson Foods, während NXP Semiconductors wegen China-Risiken und fehlendem KI-Exposure unter Druck gerät.

Tyson Foods und NXP Semiconductors stehen vor erheblichen Herausforderungen: Der US-amerikanische Fleischkonzern senkt seine Jahresprognose aufgrund struktureller Probleme im Rindfleischmarkt, während der Halbleiterhersteller NXP von der Schweizer Großbank UBS von „Kaufen" auf „Neutral" herabgestuft wird.
Tyson Foods hat seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert. Das bereinigte operative Ergebnis wird nun zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden US-Dollar erwartet – gegenüber der bisherigen Guidance von 2,2 bis 2,4 Milliarden Dollar. Besonders hart trifft es das Rindfleischsegment: Die erwarteten operativen Verluste wurden auf 500 bis 650 Millionen Dollar ausgeweitet, nach zuvor prognostizierten 350 bis 500 Millionen Dollar.
Historischer Tiefstand beim US-Rinderbestand
Der Kern des Problems liegt in einem 75-Jahres-Tief beim US-amerikanischen Rinderbestand. Anhaltende Dürreperioden haben Weideflächen zerstört und die Futterkosten massiv in die Höhe getrieben. Diese gestiegenen Kosten für Nutzvieh übersteigen die Möglichkeiten des Unternehmens, die Preiserhöhungen vollständig an die Verbraucher weiterzugeben – die Margen geraten dadurch unter erheblichen Druck.
Im Quartal bis zum 27. Juni sanken Tysons Rindfleisch-Verkaufsvolumina um 15,9 Prozent, obwohl die Preise gleichzeitig um 12,1 Prozent stiegen. CEO Donnie King äußerte sich zur geplanten Wiederaufnahme von Viehimporten aus Mexiko – die zuvor wegen der Ausbreitung der Neuen Welt-Schraubenwurmfliege ausgesetzt worden waren – mit klaren Worten: „Die Wiedereröffnung der mexikanischen Grenze wird nicht die gesamte Lücke bei den Rindfleischverlusten schließen, die wir derzeit sehen."
Während das Rindfleischgeschäft schwächelt, entwickelt sich das Hühnchengeschäft von Tyson zum Lichtblick. Preisbewusste Verbraucher weichen angesichts steigender Rindfleischpreise auf Geflügel als günstigere Proteinalternative aus. Die Verkaufsvolumina im Hühnchensegment stiegen um 1 Prozent, die bereinigten operativen Margen legten um 11,2 Prozent zu. Dennoch bleibt die Gesamtperformance durch das Rindfleischsegment belastet. Analyst Arun Sundaram von CFRA Research bezeichnete dieses als „anhaltenden Gegenwind", der verhindere, dass die Aktie die Markterwartungen erfülle. Der Quartalsumsatz lag bei 13,87 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartung von 14,12 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet Tyson ein Umsatzwachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent – Analysten hatten 4,3 Prozent prognostiziert.
UBS stuft NXP Semiconductors wegen China-Risiken ab
Im Technologiesektor hat die Schweizer Großbank UBS den Halbleiterhersteller NXP Semiconductors von „Kaufen" auf „Neutral" herabgestuft. Als Begründung nennt UBS eine mögliche Lagerkorrektur im chinesischen Automobilmarkt sowie die begrenzte Positionierung des Unternehmens im wachstumsstarken KI-Infrastrukturbereich. Das 12-Monats-Kursziel wurde von 305 auf 270 US-Dollar gesenkt.
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Zur AktienanalyseNXP ist stark vom Automobilsektor abhängig, der rund 55 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Dies macht das Unternehmen besonders anfällig für regionale Marktschwankungen. Zwar wuchs NXPs China-Umsatz im zweiten Quartal um 25 Prozent im Jahresvergleich, doch zeigen breitere Marktdaten ein anderes Bild: Die Großhandels- und Einzelhandelsverkäufe von Personenkraftwagen in China sind im bisherigen Jahresverlauf um 23 beziehungsweise 20 Prozent zurückgegangen. Diese Diskrepanz deutet laut UBS darauf hin, dass NXPs Kunden möglicherweise überschüssige Lagerbestände aufbauen – was eine bevorstehende Korrektur wahrscheinlicher macht. UBS hat daher seine Gewinnprognosen für NXP für den Zeitraum 2026 bis 2030 um 5 bis 9 Prozent gesenkt.
Hinzu kommt NXPs vergleichsweise schwache Positionierung im KI-Boom. UBS schätzt, dass NXP im Jahr 2026 lediglich rund 500 Millionen Dollar mit KI-Infrastruktur erzielen wird – das entspricht etwa 3 Prozent des Gesamtumsatzes. Vergleichbare Halbleiterunternehmen erzielen in diesem Bereich bereits über 1 Milliarde Dollar. Zwar gilt NXPs Fokus auf Edge-KI langfristig als positiv, doch dürfte die Monetarisierung deutlich länger dauern als bei Rechenzentrum-orientierten Lösungen. Trotz der Herabstufung weist UBS darauf hin, dass NXP derzeit mit dem rund 13-fachen der für 2027 erwarteten Gewinne bewertet wird – unterhalb des historischen Durchschnitts. Dies lasse vermuten, dass ein Großteil der negativen Erwartungen bezüglich China und KI-Wachstum bereits im Kurs eingepreist sei.


