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Twilio hebt Jahresprognose an und meldet Rekordumsatz von 1,5 Milliarden Dollar

Der Cloud-Kommunikationsanbieter Twilio überraschte Anleger mit starkem Quartalswachstum und einer deutlich angehobenen Jahresprognose.

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Twilio hebt Jahresprognose an und meldet Rekordumsatz von 1,5 Milliarden Dollar

Twilio (TWLO) hat am 6. August seine Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich nach oben korrigiert. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von 18% bis 18,5% – gegenüber einer Prognose von lediglich 14% bis 15% vor nur drei Monaten. Auslöser der Anhebung ist ein außergewöhnlich starkes zweites Quartal, das Anleger und Analysten gleichermaßen überraschte.

Im zweiten Quartal erzielte Twilio einen Umsatz von 1,50 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 22% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit stellte das Unternehmen einen neuen Rekord in seiner Unternehmensgeschichte auf – bemerkenswert: Der bisherige Rekord war erst ein Quartal zuvor aufgestellt worden. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund 25% und schloss am Freitag bei 241,28 US-Dollar.

Organisches Wachstum als eigentlicher Treiber

Wichtig für die Bewertung des Ergebnisses: Die Wachstumsbeschleunigung ist nicht auf Übernahmen zurückzuführen. Der Unterschied zwischen dem ausgewiesenen und dem organischen Wachstum besteht fast ausschließlich aus Mobilfunkgebühren – konkret 71 Millionen US-Dollar aus höheren A2P-Gebühren (Application-to-Person) für geschäftliche Textnachrichten, die Twilio zum Selbstkostenpreis weitergibt. Akquisitionsbedingte Umsätze machten lediglich 1,7 Millionen US-Dollar aus.

Das organische Wachstum – also bereinigt um beide Sondereffekte – lag bei 17%, nach 16% im ersten Quartal. Noch vor einem Quartal hatte das Management eine organische Jahresprognose von lediglich 9,5% bis 10,5% ausgegeben. Diese Prognose wurde nun auf 13% bis 13,5% angehoben, was die Dimension der Überraschung verdeutlicht.

Ein weiterer positiver Indikator ist die sogenannte dollarbasierte Netto-Expansionsrate. Sie erreichte im Quartal 116%, verglichen mit 108% im Vorjahr. Das bedeutet: Bestandskunden gaben als Gruppe 16% mehr aus als im Vorjahreszeitraum. Dieser Wert gilt als verlässlicher Beleg dafür, dass die Wachstumsbeschleunigung auf echter Nachfragesteigerung beruht und nicht auf rechnerischen Effekten.

Profitabilität zieht mit – mit einem Sondereffekt

Auch auf der Ergebnisseite lieferte Twilio starke Zahlen. Das Non-GAAP-Betriebsergebnis stieg im Jahresvergleich um 29% auf 285 Millionen US-Dollar. Der freie Cashflow kletterte von 264 Millionen auf 353 Millionen US-Dollar. Anleger sollten jedoch beachten: Der Großteil des GAAP-Nettoergebnisses von 1,07 Milliarden US-Dollar stammte aus einem einmaligen, nicht zahlungswirksamen Steuervorteil in Höhe von 5,91 US-Dollar je Aktie – und nicht aus dem operativen Geschäft.

Für das dritte Quartal gibt sich das Management etwas zurückhaltender. Die Prognose sieht ein ausgewiesenes Wachstum von 16% bis 16,5% sowie ein organisches Wachstum von 11% bis 12% vor. Die Anhebung der Jahresprognose stützt sich damit eher auf die Stärke des ersten Halbjahres, als eine weitere Beschleunigung in Aussicht zu stellen.

Bewertung nach dem Kurssprung nicht mehr günstig

Nach dem Kursanstieg vom Freitag bewertet der Markt Twilio mit rund 36,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa dem 32-Fachen des freien Cashflows, den die angehobene Jahresprognose vorsieht. Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Das Quartal hat eine echte Beschleunigung des Kerngeschäfts gezeigt, und die neue Prognose bestätigt dies offiziell. Zum aktuellen Kurs zahlen Anleger jedoch bereits dafür, dass sich dieses Tempo auch in den kommenden Quartalen fortsetzt.

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