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Türkische Börse: BIST 100 schließt am Freitag 0,88% schwächer

Verluste im Handel, Technologie und Mineralsektor belasteten den türkischen Leitindex zum Wochenschluss.

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Türkische Börse: BIST 100 schließt am Freitag 0,88% schwächer

Die türkischen Aktienmärkte haben am Freitag im Minus geschlossen. Der BIST 100, der wichtigste Leitindex der Istanbuler Börse (Borsa Istanbul), verlor 0,88% und beendete damit die Handelswoche auf schwachem Niveau. Besonders die Sektoren Groß- und Einzelhandel, Nichtmetallische Mineralprodukte sowie Technologie standen unter Verkaufsdruck.

An der Istanbuler Börse überwogen die Verlierer deutlich gegenüber den Gewinnern: 328 Aktien schlossen im Minus, 270 im Plus, während 21 Titel unverändert aus dem Handel gingen. Dieses Verhältnis zeigt eine breite Schwäche quer durch den Markt, die über einzelne Sektoren hinausging.

Gewinner des Tages

Trotz des schwachen Gesamtmarkts gab es auch positive Ausreißer. Die Aktie von Kuyas Yatirim AS (KUYAS) führte die Gewinnerliste mit einem Plus von 4,53% an und schloss bei 76,20 Punkten. Dahinter folgte CVK Maden Isletmeleri Sanayi ve Ticaret AS (CVKMD) mit einem Zuwachs von 4,10% auf 33,52. Gulermak Agir Sanayi Insaat ve Taahhut AS (GLRMK) kletterte im späten Handel um 3,57% auf 188,50 und rundete die Spitzengruppe ab.

Größte Verlierer mit neuen Tiefstständen

Auf der Verliererseite fiel Efor Yatirim Sanayi ve Ticaret A.Ş. (EFOR) mit einem Minus von 9,94% besonders auf und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief bei 7,34. Kiler Holding AS (KLRHO) verlor 8,68% und schloss bei 117,80. Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Kontrolmatik Teknoloji Enerji ve Mu (KONTR): Die Aktie fiel um 3,96% auf 7,77 und erreichte damit ein neues 3-Jahres-Tief – ein deutliches Signal für anhaltenden Verkaufsdruck in diesem Titel.

Der türkische Aktienmarkt steht seit geraumer Zeit unter dem Einfluss makroökonomischer Unsicherheiten. Die hohe Inflation in der Türkei, die Geldpolitik der türkischen Zentralbank sowie geopolitische Risiken in der Region belasten das Anlegervertrauen regelmäßig. Hinzu kommt die anhaltende Schwäche der türkischen Lira, die ausländische Investoren zusätzlich abschreckt.

Währung und Rohstoffe im Blick

Auf dem Devisenmarkt legte das Währungspaar USD/TRY um 0,31% auf 44,59 zu, was einer weiteren Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar entspricht. EUR/TRY hingegen fiel leicht um 0,12% auf 51,50. Der US-Dollar-Index-Future stieg um 0,52% auf 99,98 und spiegelt damit die globale Stärke des Greenbacks wider.

Im Rohstoffbereich gaben Gold-Futures für die Juni-Lieferung um 0,48% auf 4.679,70 US-Dollar pro Feinunze nach. Beim Öl zeigte sich ein gemischtes Bild: WTI-Rohöl für die Mai-Lieferung verlor 0,40% auf 111,54 US-Dollar pro Barrel, während der Juni-Kontrakt für Brent-Öl deutlich um 7,99% auf 109,24 US-Dollar pro Barrel zulegte – ein ungewöhnlich starker Tagesanstieg, der auf Angebotssorgen oder geopolitische Entwicklungen hindeutet.

Für deutsche Anleger, die in türkische Aktien oder türkische Fonds investiert sind, bleibt das Währungsrisiko ein zentraler Faktor. Die fortlaufende Abwertung der Lira schmälert Renditen in Euro gerechnet erheblich. Experten empfehlen, türkische Investments nur als Beimischung und mit entsprechender Risikoabsicherung zu betrachten.

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