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Türkei und Irak streben baldigen Abschluss eines Energieabkommens an

Erdoğan kündigt nach Gesprächen mit dem irakischen Premier in Ankara ein umfassendes Energiekooperationsabkommen an.

Türkei und Irak streben baldigen Abschluss eines Energieabkommens an

Die Türkei arbeitet intensiv an der Finalisierung eines umfassenden Energiekooperationsabkommens mit dem Irak. Das erklärte der türkische Präsident Tayyip Erdoğan am Dienstag nach Gesprächen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Zaidi in Ankara. Beide Staatschefs traten im Rahmen einer Unterzeichnungszeremonie gemeinsam vor die Presse.

Bei der Pressekonferenz gab Erdoğan bekannt, dass der irakische Ministerpräsident vorgeschlagen habe, die Türkei mit einer Million Barrel Öl zu beliefern. Dieser Vorschlag unterstreicht das strategische Interesse beider Länder an einer engeren Energiepartnerschaft. Die Türkei ist als Transitland für Energielieferungen aus dem Nahen Osten und dem Kaspischen Raum von erheblicher geopolitischer Bedeutung.

Verlängerung der Kirkuk-Ceyhan-Pipeline besiegelt

Ein zentrales Ergebnis des Treffens war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Verlängerung des Betriebs der Rohölpipeline Kirkuk-Ceyhan um ein weiteres Jahr. Diese Pipeline verbindet die nordirakischen Ölfelder rund um Kirkuk mit dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan und ist eine der wichtigsten Exportrouten für irakisches Rohöl. Die Verlängerung sichert damit vorerst den kontinuierlichen Öltransport über diese strategisch bedeutsame Route.

Darüber hinaus erwähnte Erdoğan, dass das staatliche türkische Öl- und Gasunternehmen TPAO (Türkiye Petrolleri Anonim Ortaklığı) potenziell im Ölfeld Kirkuk tätig werden könnte. Dieses Ölfeld wird derzeit vom britischen Energiekonzern BP genutzt. Eine mögliche Beteiligung der TPAO würde die türkischen Interessen im Irak deutlich ausweiten.

Strategische Bedeutung für die Energieversorgung

Die Türkei verfolgt seit Jahren das Ziel, ihre Rolle als Energiedrehscheibe zwischen dem rohstoffreichen Nahen Osten und Europa auszubauen. Eine vertiefte Kooperation mit dem Irak, einem der größten Ölproduzenten der Welt, passt strategisch in dieses Bild. Für den Irak wiederum ist der Zugang zu türkischen Exportinfrastrukturen essenziell, um seine Öleinnahmen zu sichern.

Das geplante umfassende Energiekooperationsabkommen geht damit über die bloße Verlängerung der Pipeline-Vereinbarung hinaus. Es soll offenbar eine breitere Grundlage für die bilaterale Zusammenarbeit im Energiesektor schaffen. Wann genau der Abschluss des Abkommens erwartet wird, ließ Erdoğan offen – er signalisierte jedoch, dass beide Seiten auf einen baldigen Abschluss hinarbeiten.

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