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Türkei fusioniert islamische Banksparten und plant Emlak-Börsengang

Präsident Erdogan kündigt auf Istanbuler Wirtschaftsveranstaltung Zusammenlegung der Participation-Banking-Einheiten dreier Staatsbanken an.

Türkei fusioniert islamische Banksparten und plant Emlak-Börsengang

Die Türkei plant eine weitreichende Konsolidierung im islamischen Bankensektor: Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Freitag angekündigt, die islamischen Bankensparten der drei staatlichen Kreditinstitute Ziraat Bank, VakifBank und Halkbank in einem einzigen Unternehmen zusammenzuführen. Die Ankündigung erfolgte auf einer Veranstaltung zur islamischen Wirtschaft in Istanbul.

Das sogenannte Participation Banking – die türkische Bezeichnung für zinsloses islamisches Bankwesen – soll damit in der Türkei deutlich gestärkt werden. Durch die Fusion der drei staatlichen Einheiten entsteht ein neuer, schlagkräftiger Akteur im Bereich der Scharia-konformen Finanzdienstleistungen. Konkrete Zeitpläne oder weitere Details zur Umsetzung nannte Erdogan jedoch nicht.

Börsengang für Emlak Katilim geplant

Zusätzlich zur Fusion kündigte der türkische Präsident an, dass die Türkei einen Börsengang (IPO) für die Emlak Katilim Bank anstrebt. Emlak Katilim ist ebenfalls eine Beteiligungsbank, die nach islamischen Bankprinzipien operiert. Auch hier ließ Erdogan konkrete Angaben zu Zeitrahmen oder Volumen des geplanten IPOs offen.

Das Participation Banking basiert auf dem islamischen Verbot von Zinsen (Riba). Statt klassischer Kredit- und Einlagengeschäfte mit Zinszahlungen arbeiten diese Institute mit Gewinn- und Verlustbeteiligungsmodellen sowie anderen Scharia-konformen Finanzierungsstrukturen. In der Türkei hat dieses Segment in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, da die Regierung den islamischen Finanzsektor gezielt ausbauen möchte.

Türkei als wachsender Markt für islamische Finanzen

Die drei betroffenen Staatsbanken gehören zu den größten Kreditinstituten der Türkei. Die Ziraat Bank ist die älteste und größte staatliche Bank des Landes, die VakifBank und die Halkbank sind ebenfalls bedeutende staatliche Finanzinstitutionen. Alle drei betreiben neben ihrem konventionellen Bankgeschäft separate Sparten für islamisches Banking, die nun unter einem Dach vereint werden sollen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des türkischen Finanzmarkts sind diese Entwicklungen von Interesse, da die Türkei zunehmend versucht, sich als Zentrum für islamische Finanzen zu positionieren. Ein erfolgreicher IPO der Emlak Katilim Bank könnte zudem internationale Investoren ansprechen, die an Scharia-konformen Anlagemöglichkeiten interessiert sind.

Erdogan machte bei seiner Ankündigung deutlich, dass die Türkei den Ausbau des islamischen Bankensektors als strategisches Ziel verfolgt. Wann genau die Fusion vollzogen und der Börsengang durchgeführt werden soll, bleibt jedoch vorerst offen.

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