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Tui verzeichnet Gewinnsprung durch FTI-Pleite

Zusätzliche Buchungen und Preisanpassungen im Kreuzfahrtgeschäft

Tui verzeichnet Gewinnsprung durch FTI-Pleite

Der deutsche Reiseveranstalter Tui verzeichnet derzeit eine signifikante Steigerung von Gewinn und Umsatz. Im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres konnte das Unternehmen seinen bereinigten Vorsteuergewinn (EBIT) um 37 Prozent auf 232 Millionen Euro steigern. Diese positive Entwicklung ist unter anderem auf die Insolvenz des Konkurrenten FTI zurückzuführen. Der drittgrößte Reiseveranstalter in Europa hatte zuvor eine beträchtliche Marktposition inne, deren Wegfall den Wettbewerbern neue Chancen eröffnete. So verzeichnete die Rewe-Tochter Dertour, ein direkter Mitbewerber, im Juni einen merklichen Anstieg der Buchungen.

Tui erwartet, dass die Pleite von FTI zu einem Anstieg von 450.000 zusätzlichen Buchungen im Sommer und kommenden Winter führen wird, was einem Plus von 7,5 Prozent entspricht. Dies spiegelt sich bereits in den Buchungszahlen wider, die für das Sommerprogramm in Deutschland um zehn Prozent und in Großbritannien um fünf Prozent zugenommen haben. Trotz des verringerten Wettbewerbs sind die Preiserhöhungen für die Kunden bei Tui moderater als in der Vergangenheit. Im laufenden Sommer liegt der Preis für einen Urlaub bei Tui etwa drei Prozent über dem Vorjahr, und die zukünftige Preisentwicklung bleibt laut Konzernchef Sebastian Ebel robust.

Tui sieht sich jedoch mit steigenden Kosten konfrontiert, insbesondere im Kreuzfahrtgeschäft. Aufgrund der geopolitischen Krise in Nahost und der dadurch bedingten Umgehung des Suezkanals müssen die Kreuzfahrtschiffe um das Kap der Guten Hoffnung fahren, was zusätzliche Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursacht. Dennoch konnte Tui aufgrund der hohen Nachfrage auf den Kreuzfahrtschiffen die Preise um sieben Prozent erhöhen, sodass der durchschnittliche Tag für einen Kreuzfahrturlauber nun 235 Euro kostet. Für das laufende vierte Quartal wird ein weiterer Preisanstieg um zwei Prozent erwartet.

Die Prognosen für die kommenden Monate sind optimistisch. Das Unternehmen erwartet sowohl im Sommer als auch im Winter eine gute Buchungsentwicklung und sieht auch für den kommenden Sommer positive Anzeichen, obwohl das aktuelle Verkaufsvolumen noch gering ist. Finanzchef Mathias Kiep bestätigte die Jahresziele, die einen Umsatzanstieg von mindestens zehn Prozent und ein Betriebsergebniswachstum von mindestens 25 Prozent vorsehen. Auch das langfristige Ziel eines jährlichen Ergebniswachstums von sieben bis zehn Prozent bleibt bestehen. Die Tui-Aktie hat entsprechend um knapp drei Prozent zugelegt.

Im Hinblick auf den Massentourismus betonte Sebastian Ebel, dass Tui keine weiteren signifikanten Steigerungen bei den Reisezielen wie Mallorca oder den Kanaren anstrebt. Stattdessen plant das Unternehmen, alternative Reiseziele wie die Kap Verden oder Ägypten weiter auszubauen. Ebel wies darauf hin, dass mögliche Nachholeffekte durch die Rückzahlungen des Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) ebenfalls positive Auswirkungen auf die Buchungszahlen im kommenden Jahr haben könnten.

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