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Türkische Zentralbank erhöht Leitzins im Kampf gegen die Inflation

Strategiewechsel der Notenbank unter neuer Chefin inmitten wirtschaftlicher Herausforderungen

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Türkische Zentralbank erhöht Leitzins im Kampf gegen die Inflation

Die türkische Zentralbank setzt ihren Kurs im Kampf gegen die hohe Inflation fort, indem sie den Leitzins erneut anhebt. Dies ist bereits der siebte Zinsschritt seit Amtsantritt der neuen Zentralbankchefin Hafize Gaye Erkan im Juni dieses Jahres. Die Notenbank gab bekannt, den Schlüsselsatz von 40,0 Prozent auf 42,50 Prozent erhöht zu haben, was in Übereinstimmung mit den Erwartungen von Experten lag. Damit signalisiert die Zentralbank ihre Entschlossenheit, die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

Seit ihrem Amtsantritt hat Hafize Gaye Erkan eine klare geldpolitische Linie verfolgt und das Zinsniveau zuletzt dreimal hintereinander um jeweils fünf Prozentpunkte angehoben. Nun scheint sie das Tempo etwas gedrosselt zu haben und betont, dass sie bestrebt ist, die Phase der Zinserhöhungen so schnell wie möglich abzuschließen. Ihrer Ansicht nach ist das aktuelle geldpolitische Niveau bereits nahe genug an dem Punkt, an dem es notwendig ist, um eine Verringerung der Inflationsraten herbeizuführen.

Die Reaktion der Märkte auf diese Entscheidung war gemischt. Türkische Aktien verzeichneten zunächst einen Anstieg, gaben jedoch später ihre Gewinne wieder ab. Die Landeswährung, die Lira, notierte bei 29,15 Lira pro Dollar und erreichte dabei ein neues Tief von 28,1637 Lira. Seit Jahresanfang hat die Lira gegenüber dem Dollar einen Rückgang um 55 Prozent verzeichnet.

Die Zentralbank verfolgt mit ihrer straffen Geldpolitik das Ziel, die stark ansteigende Inflation einzudämmen. Im letzten Monat erreichte die Teuerungsrate fast 62 Prozent und wird nach den Prognosen der Notenbank voraussichtlich bis Mai auf 70 bis 75 Prozent steigen, bevor sie Ende des nächsten Jahres auf etwa 36 Prozent zurückgehen soll.

Kritiker führen das Inflationsproblem auf Entscheidungen der Vergangenheit zurück, insbesondere auf die unkonventionelle Geldpolitik, die den Wünschen von Präsident Recep Tayyip Erdogan entsprach. Erdogan hatte die ehemalige Wall-Street-Bankerin Erkan erst nach seiner Wiederwahl zur Zentralbankchefin ernannt und somit den Weg für einen Wechsel in der geldpolitischen Ausrichtung der Notenbank geebnet. Infolgedessen wurden die Zinsen trotz der hohen Inflation mehrfach gesenkt, anstatt sie gemäß der wirtschaftlichen Grundsätze zur Bekämpfung der Preissteigerung zu erhöhen. Dies führte zu einem starken Wertverlust der Lira und verstärkte das Inflationsproblem, was wiederum ausländische Investoren dazu bewegte, Kapital aus der Türkei abzuziehen.

Notenbankchefin Erkan unternimmt nun Anstrengungen, um das Vertrauen ausländischer Investoren zurückzugewinnen. Sie plant für den 11. Januar 2024 in New York Vorträge über Geldpolitik, Inflation und türkische Vermögenswerte, begleitet von Auftritten von Finanzminister Mehmet Simsek. Damit hofft die Zentralbank, die Wirtschaft des Landes auf einen stabileren Weg zu lenken und die Inflation unter Kontrolle zu bringen.

GeldpolitikTürkeiLiraInflation

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