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Türkei verlängert Gasverträge mit Russland

Ankara treibt LNG-Strategie voran und prüft Investitionen in US-Förderanlagen

Türkei verlängert Gasverträge mit Russland

Turkey has die Verlängerung zweier auslaufender Gasimportverträge mit Russland um jeweils ein Jahr abgeschlossen. Wie Energieminister Alparslan Bayraktar mitteilte, umfassen die Vereinbarungen ein Gesamtvolumen von 22 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Ankara den Anteil russischer Lieferungen an seinem Gasportfolio weiter reduziert hat. Der Anteil russischer Importe sei inzwischen auf unter 40% gefallen, während die Verträge mit Gazprom zum Jahresende ausgelaufen wären.

Parallel zu den russischen Lieferungen hat die Türkei in den vergangenen Monaten mehrere langfristige Lieferabkommen für verflüssigtes Erdgas abgeschlossen, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, die derzeit einen wachsenden Anteil am türkischen Gasmarkt halten. Bayraktar erklärte, dass die neuesten Vereinbarungen Teil einer Strategie seien, sich stärker auf kurzfristige Vertragsmodelle zu stützen, um flexibler auf die Preis- und Marktentwicklung reagieren zu können.

Im Rahmen laufender Gespräche mit dem Iran verhandelt Ankara zudem über die Verlängerung eines im kommenden Juli auslaufenden Liefervertrags über 10 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Diskussionen betreffen auch eine Ausweitung der über Iran abgewickelten Liefermengen aus Turkmenistan. In diesem Jahr wurde ein einjähriges Abkommen über 1,3 Milliarden Kubikmeter turkmenisches Gas geschlossen, von dem bislang rund 0,5 Milliarden Kubikmeter importiert wurden.

Die Türkei verfolgt weiterhin das Ziel, sich zu einem regionalen Gashandelszentrum zu entwickeln und diversifiziert ihre Pipeline- und LNG-Bezugsquellen. Teil dieser Strategie ist die geplante Investition in Förderanlagen in den USA, um die Verpflichtung zur Abnahme von bis zu 1.500 LNG-Ladungen in den nächsten 15 Jahren abzusichern. Laut Bayraktar führt der staatliche Energieversorger TPAO dazu Gespräche mit großen US-Unternehmen wie Chevron und Exxon, wobei eine Entscheidung bereits im kommenden Monat möglich sei.

Zur Stärkung der LNG-Infrastruktur plant die Türkei zudem den Ausbau ihrer Kapazitäten durch zwei zusätzliche FSRU-Terminals. Diese schwimmenden Regasifizierungseinheiten könnten später auch an andere Länder wie Marokko vermietet werden. Derzeit verfügt die Türkei über drei FSRUs sowie zwei landbasierte LNG-Terminals.

Parallel zur Gasstrategie bereitet sich Ankara aufgrund steigender Stromnachfrage auf den Bau zweier weiterer Kernkraftwerke vor. Gespräche dazu laufen mit Unternehmen aus Südkorea und Kanada, während der US-Konzern Westinghouse Interesse an einer Beteiligung signalisiert hat. Zudem bemüht sich Ankara um die Freigabe russischer Mittel in Höhe von zwei Milliarden Dollar, die bei einer US-Bank blockiert sind und für die Fertigstellung des von Rosatom errichteten Kernkraftwerks Akkuyu vorgesehen sind.

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