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TSX startet kaum verändert – Nahost-Krise und Quartalszahlen im Fokus

Kanadas Leitindex eröffnet nahezu unverändert, während Anleger die US-Iran-Pattsituation und neue Unternehmensgewinne beobachten.

TSX startet kaum verändert – Nahost-Krise und Quartalszahlen im Fokus

Der kanadische Leitindex S&P/TSX Composite Index eröffnete am Freitag nahezu unverändert bei 36.773 Punkten. Die Marktteilnehmer hielten sich angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie einer Reihe frischer Quartalsergebnisse zurück. Am Vortag hatte der Index noch um 97,15 Punkte oder 0,3 % zugelegt und bei 36.759,29 Punkten geschlossen – damit übertraf er das Rekordniveau vom Mittwoch.

Im Fokus der Anleger stehen die aktuellen Gewinnberichte der an der TSX notierten Goldproduzenten. Unternehmen wie Aya Gold & Silver und Montage Gold könnten mit ihren Zahlen zusätzliche branchenspezifische Impulse liefern. Gleichzeitig stützen sich erholende Rohölpreise die kanadischen Energiewerte, die eine Schlüsselkomponente des Index darstellen.

Der Kanadische Dollar blieb nahe einem Zweimonatshoch stabil, nachdem US-Inflationsdaten einen nachlassenden Preisdruck gezeigt hatten. Zudem meldete eine Regierungsquelle, dass die Handelsgespräche mit Washington voranschreiten. Die Renditen kanadischer Staatsanleihen gaben am Donnerstag nach.

Wall Street ebenfalls mit verhaltenem Start

Auch an der Wall Street eröffneten die wichtigsten Indizes am Freitag kaum verändert, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung auf einem Rekordhoch geschlossen hatten. Ein unerwartet schwacher Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen belastete die Stimmung und dämpfte die Erwartungen an mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve weiter.

Um 09:31 Uhr ET notierte der S&P 500 bei 7.801,37 Punkten knapp über der Nulllinie. Der technologielastige Nasdaq Composite legte um 0,2 % auf 26.845,97 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average um 0,2 % auf 53.732,86 Punkte nachgab.

Am Donnerstag hatten alle drei wichtigen Wall-Street-Indizes höher geschlossen. Treiber war vor allem der Speicherchiphersteller Sandisk (NASDAQ: SNDK), der auf einer Analystenveranstaltung einen optimistischen langfristigen Ausblick präsentierte. Auch Micron Technology (NASDAQ: MU) legte zu und trieb die breiteren Gewinne im Technologiesektor an. Microsoft (NASDAQ: MSFT) stieg um knapp 1 %, Meta Platforms (NASDAQ: Meta) gewann sogar 2,8 %.

Fed-Zinserhöhung im September unwahrscheinlicher

Die jüngsten Konjunkturdaten – darunter die PPI-Zahlen, der relativ milde Verbraucherpreisindex vom Mittwoch sowie ein schwächerer Arbeitsmarkt – haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed auf ihrer September-Sitzung deutlich gedämpft. Laut dem CME FedWatch-Tool preisten die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 % ein, dass die Zinsen im nächsten Monat unverändert bleiben.

Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Geldpolitik der Fed maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalströme und damit auch auf europäische Märkte hat. Eine Zinspause in den USA würde den Druck auf die EZB verringern und könnte Risikoassets weltweit stützen.

Nahost-Konflikt belastet Ölmärkte

Ein zentrales Thema bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die USA erwägen, ihre Seeblockade gegen den Iran auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten, da Bemühungen zur Beendigung des Konflikts und zur Wiederherstellung des normalen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus weiterhin stocken.

Der stark eingeschränkte Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße hat die Sorgen um das weltweite Ölangebot verschärft. Die Rohölpreise blieben dadurch über dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar. Befürchtungen, dass höhere Ölpreise eine neue Inflationswelle auslösen und die Fed zu einer Zinserhöhung zwingen könnten, halten die Märkte in Atem.

Die Terminkontrakte für Brent-Rohöl, die globale Referenzsorte, stiegen um 0,2 % auf 87,22 US-Dollar pro Barrel. Für Kanada als bedeutender Ölproduzent sind höhere Energiepreise grundsätzlich positiv – sie stützen die Einnahmen der Energieunternehmen und damit einen wichtigen Teil des TSX-Index.

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