TSX-Futures steigen – Hoffnung auf USA-Iran-Friedensgespräche treibt Märkte
Optimismus über diplomatischen Durchbruch im Nahen Osten beflügelt kanadische und US-amerikanische Aktienmärkte am Donnerstag.
Die Futures auf den kanadischen Leitindex S&P/TSX 60 legten am Donnerstagmorgen um 5 Punkte oder 0,3 % zu. Hintergrund ist die wachsende Hoffnung der Anleger auf ein dauerhaftes Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran. Bereits am Mittwoch hatte der S&P/TSX Composite Index um 0,2 % auf 34.155,99 Punkte zugelegt – den höchsten Schlussstand seit dem 2. März.
Innerhalb des kanadischen Index zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Sektoren: Schwergewichtige Finanztitel gewannen leicht um 0,9 %, während Energiewerte nachgaben. Der Rückgang bei Energieaktien spiegelte den Rückgang der Ölpreise von ihren jüngsten Höchstständen wider – ein direktes Resultat des aufkeimenden Friedensoptimismus rund um die Straße von Hormus.
US-Märkte auf Rekordkurs
Auch die US-Aktienmärkte zeigten sich in starker Verfassung. Der S&P 500 stieg am Mittwoch um rund 0,8 % und schloss erstmals seit Ende Januar wieder über der Marke von 7.000 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite legte sogar um rund 1,6 % zu und markierte damit ein neues Allzeithoch – angetrieben von Gewinnen bei Technologie- und Softwareaktien. Lediglich der Dow Jones Industrial Average notierte geringfügig schwächer.
Am Donnerstagmorgen setzten die Futures diesen Aufwärtstrend fort: S&P 500 Futures stiegen um 0,2 %, Nasdaq 100 Futures legten ebenfalls um 0,2 % zu, und Dow Jones Futures kletterten um 0,3 %.
Die Rally wurde maßgeblich durch den wachsenden Optimismus gestützt, dass Washington und Teheran die Verhandlungen wieder aufnehmen könnten. Dies milderte die Sorgen über langwierige Unterbrechungen der Energieversorgung und den damit verbundenen globalen Inflationsdruck. Mehrere Führungskräfte großer Wall-Street-Banken bezeichneten die amerikanische Wirtschaft als weitgehend widerstandsfähig gegenüber einem Energieschock durch die faktische Schließung der Straße von Hormus – einer lebenswichtigen Wasserstraße vor der Südküste des Irans, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls fließt.
Friedensgespräche: Fortschritt, aber noch kein Durchbruch
Laut dem Wall Street Journal haben sich die USA und der Iran grundsätzlich auf neue Gespräche geeinigt, nachdem eine erste Verhandlungsrunde am vergangenen Wochenende in Pakistan kein unmittelbares Ergebnis gebracht hatte. Beide Seiten haben jedoch noch keinen Zeitpunkt oder Ort für das nächste Treffen festgelegt. Vizepräsident JD Vance soll die amerikanische Delegation bei künftigen Gesprächen leiten.
Dennoch bleiben Spannungen bestehen. Ein hochrangiger iranischer Militärkommandeur warnte Washington vor der Fortsetzung der US-Seeblockade iranischer Häfen. Das US Central Command behauptet, dass bislang kein mit dem Iran in Verbindung stehendes Handelsschiff oder Öltanker die Blockade durchbrochen habe. Die wichtige Wasserstraße ist seit Wochen für den Tankerverkehr so gut wie gesperrt, was die weltweite Energieversorgung unter Druck setzt.
Die Analysten von Vital Knowledge mahnten jedoch zur Vorsicht: „Da eine Lösung der Unruhen im Nahen Osten zunehmend der Konsensmeinung entspricht, glauben wir, dass dies als wesentlicher Faktor für Kurssteigerungen an den Aktienmärkten wegfallen wird." Mit anderen Worten: Der Friedensoptimismus könnte als Kurstreiber an Wirkung verlieren, je mehr er zur Erwartungshaltung wird.
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Zur AktienanalyseÖlpreise unter 100 Dollar – Gold auf Höhenflug
Die Ölpreise lagen zuletzt unter der Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel, jedoch weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau. Händler wägen die Auswirkungen einer möglichen längeren Schließung der Straße von Hormus ab, die den globalen Rohölmarkt erheblich belasten würde.
Gold profitierte derweil von der anhaltenden Schwäche des US-Dollars. Spot-Gold verteuerte sich um 0,4 % auf 4.808,42 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,1 % auf 4.828,71 US-Dollar pro Unze zulegten. Die optimistische Rhetorik rund um die Friedensverhandlungen hat in den letzten Tagen dazu beigetragen, die Erwartungen an inflationsbedingte Zinserhöhungen der Zentralbanken zu dämpfen – was die Attraktivität des unverzinsten Goldes steigert. Ein schwächerer US-Dollar macht zudem auf Dollar lautendes Gold für internationale Käufer günstiger.


