TSMC investiert 265 Milliarden Dollar in US-Chipproduktion
Der weltgrößte Chipfertiger weitet seine Präsenz in den USA massiv aus – im Rahmen eines Deals mit der Trump-Regierung.

Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) plant eine massive Ausweitung ihrer Investitionen in den Vereinigten Staaten. Der weltgrößte Auftragschiphersteller will zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner US-Kapazitäten stecken, womit sich das Gesamtinvestitionsvolumen auf beeindruckende 265 Milliarden Dollar summiert. Das geht aus Angaben eines US-Beamten hervor, der anonym bleiben wollte, da die Informationen noch nicht offiziell veröffentlicht wurden.
Die neuen Mittel sollen konkret für den Bau von vier zusätzlichen Chipwerken auf amerikanischem Boden verwendet werden. Damit wird die künftige Präsenz von TSMC in den USA auf insgesamt zehn Fertigungsstätten sowie zwei Verpackungsanlagen anwachsen. Die Investitionszusage formalisiert eine Vereinbarung, die Teil einer umfassenderen Abmachung zwischen Washington und Taipeh ist, mit dem Ziel, die Halbleiterproduktion in die USA zu verlagern.
Lutnick als Schlüsselfigur des Deals
Eine zentrale Rolle bei der Entstehung dieser Vereinbarung spielte Howard Lutnick. Er überzeugte TSMC bereits im vergangenen Jahr, seine ursprünglichen Investitionszusagen für den Standort Arizona zu erhöhen. Die nun bekannt gewordenen zusätzlichen 100 Milliarden Dollar bauen auf dieser früheren Zusage auf und unterstreichen den politischen Willen der Trump-Regierung, strategisch wichtige Industrien zurück in die USA zu holen.
Arizona hat sich in den vergangenen Jahren als bevorzugter Standort für TSMCs US-Expansion etabliert. Der Bundesstaat im Südwesten der USA gilt als attraktiver Standort für die Halbleiterindustrie, unter anderem aufgrund seiner Infrastruktur und der verfügbaren Fachkräfte. TSMC hatte bereits zuvor Milliardensummen für den Aufbau von Fertigungskapazitäten in Arizona angekündigt.
Strategische Bedeutung für die Halbleiterindustrie
Die Verlagerung von Chipproduktion in die USA ist ein zentrales geopolitisches Anliegen der amerikanischen Politik. Halbleiter gelten als Schlüsseltechnologie für nahezu alle modernen Industrien – von der Automobilbranche über die Rüstung bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Die starke Abhängigkeit des Westens von asiatischen Chipfertigern, allen voran TSMC, hat in den vergangenen Jahren zunehmend Bedenken ausgelöst.
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Zur AktienanalyseMit dem nun bekannt gewordenen Investitionsplan setzt TSMC ein deutliches Signal: Der Konzern, der bislang den Großteil seiner hochmodernen Fertigung in Taiwan konzentriert hat, diversifiziert seine Produktionsbasis erheblich. Zehn Fertigungsstätten und zwei Verpackungsanlagen in den USA würden TSMC zu einem der bedeutendsten Chiphersteller auf amerikanischem Boden machen.
Für deutsche und europäische Anleger sowie Industrieunternehmen ist diese Entwicklung von erheblicher Relevanz. Die globale Neuausrichtung der Halbleiterlieferketten beeinflusst Branchen wie den Automobilbau, den Maschinenbau und die Elektronikindustrie direkt. Die Frage, wo künftig die wichtigsten Chips der Welt gefertigt werden, entscheidet maßgeblich über Liefersicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.


