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Trumps Zollpolitik sorgt weltweit für Unsicherheit

Handelskonflikte, Gegenzölle und wirtschaftliche Spannungen belasten internationale Beziehungen

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Trumps Zollpolitik sorgt weltweit für Unsicherheit

Die wirtschaftspolitischen Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump sorgen weltweit für Verunsicherung. Besonders seine Zollpolitik wirkt erratisch, da sie oft kurzfristig geändert oder ausgesetzt wird. Zentrale Maßnahme ist die Erhebung von Zöllen auf Importwaren, um die inländische Produktion zu fördern. Ab Mittwoch sollen etwa 25 Prozent Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in die USA erhoben werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist jedoch inkonsistent, da bestimmte Länder vorübergehend von den Zöllen ausgenommen wurden. Besonders betroffen sind Kanada und Mexiko, die wiederholt mit kurzfristigen Anpassungen konfrontiert sind.

Kanada reagierte bereits mit Gegenzöllen in gleicher Höhe auf US-Waren im Wert von 20 Milliarden Euro pro Jahr. Premierminister Justin Trudeau verschob jedoch eine für Ende März geplante zweite Stufe dieser Maßnahmen auf den 2. April. Doug Ford, der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario, drohte zusätzlich mit einer 25-prozentigen Zusatzgebühr auf Stromexporte in die US-Bundesstaaten Minnesota, Michigan und New York. Parallel dazu wurden in vielen kanadischen Geschäften US-Produkte aus den Regalen genommen. Trotz der vorübergehenden Aussetzung der Zölle erneuerte Trump seine Drohungen und kündigte insbesondere für landwirtschaftliche Produkte Zollsätze von bis zu 250 Prozent an. Kanada erhebt bereits hohe Einfuhrzölle auf Milchprodukte außerhalb festgelegter Quoten, während die US-Zölle auf kanadische Milchwaren niedriger sind.

Mexikos Regierung setzt hingegen weiterhin auf Dialog. Nachdem Trump vergangene Woche im Streit mit Mexiko zurückgerudert war, wurden die Strafzölle vorläufig bis zum 2. April ausgesetzt. Dies betrifft alle Importe, die unter das Freihandelsabkommen USMCA fallen. Trump begründete die Aussetzung mit seinem Respekt für Präsidentin Claudia Sheinbaum. Die mexikanische Regierung will ihre Exporte in die USA ausweiten, um mögliche Nachteile auszugleichen. Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard erwartet, dass der Anteil der USMCA-konformen Exporte von derzeit etwa 50 Prozent auf bis zu 90 Prozent steigen könnte.

Auch China ist von den US-Zöllen betroffen. Trump verhängte zunächst eine zehnprozentige Abgabe auf chinesische Importe, die am 4. März auf 20 Prozent erhöht wurde. Als Reaktion setzte China Vergeltungszölle auf US-Agrarexporte fest und verhängte Handelsbeschränkungen für 25 US-Unternehmen. Mitte März sollen zudem bereits 2018 eingeführte US-Zusatzzölle auf chinesische Stahl- und Aluminiumerzeugnisse wieder in Kraft treten. Darüber hinaus plant die Trump-Regierung Gebühren für das Anlegen chinesischer Schiffe in US-Häfen. Dies soll den Einfluss Chinas auf die globale Schifffahrtsindustrie eindämmen und den US-Schiffbau stärken. Die USA fordern zudem von Verbündeten eine ähnliche Vorgehensweise, andernfalls drohen Vergeltungsmaßnahmen.

Trumps neue Zölle treffen auch asiatische Schwellenländer. Während Unternehmen in seiner ersten Amtszeit Produktionskapazitäten nach Thailand, Indien und Vietnam verlagerten, könnte sich dies nun ändern. Die von Trump angekündigten reziproken Zölle und zusätzlichen Abgaben auf Stahl-, Aluminium- und Chiplieferungen treffen vor allem Indien und Thailand. Laut einer Analyse von Oxford Economics liegt der Unterschied zwischen den thailändischen Einfuhrzöllen auf US-Produkte und den US-Zöllen auf thailändische Waren bei 5,3 Prozentpunkten. In Indien beträgt die Differenz 6,5 Prozentpunkte.

Die Europäische Union kritisiert die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der US-Regierung. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic warnte davor, dass die EU zum Schutz ihrer Interessen mit Gegenmaßnahmen reagieren werde. Aktuell betreffen die neuen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auch europäische Hersteller. Bereits in Trumps erster Amtszeit hatte die EU als Reaktion auf US-Zölle auf Stahl und Aluminium eigene Aufschläge auf US-Produkte wie Jeans, Whisky und Motorräder erhoben. Diese Maßnahmen wurden unter Präsident Joe Biden ausgesetzt, die Vereinbarung läuft jedoch Ende März aus. Sollten die neuen US-Zölle auch die EU betreffen, drohen europäischen Unternehmen Einbußen. Gleichzeitig könnten EU-Gegenzölle zu höheren Preisen für US-Produkte in Europa führen und Investitionen verzögern.

Donald TrumpZölleGeldpolitikKanadaMexiko

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