Trumps Zölle: Warum sie trotz Unbeliebtheit bestehen bleiben dürften
Trotz breiter Ablehnung bei Wählern und Handelspartnern könnten Trumps Zölle langfristig Bestand haben – aus geopolitischen und fiskalischen Gründen.

Präsident Donald Trump hält an seiner protektionistischen Handelspolitik fest – und das trotz wachsender Unbeliebtheit. Sowohl Handelspartner als auch US-Wähler zeigen sich verärgert über die jüngsten Zölle. Dennoch sprechen gewichtige Argumente dafür, dass diese Abgaben auch künftigen Präsidenten schwer zu beseitigen sein werden.
Trump selbst bezeichnet sich als langjährigen Verfechter einer protektionistischeren Handelsagenda. Er argumentiert, seine Zollpolitik habe einen Wirtschaftsboom in den USA ausgelöst. In Fällen, in denen diese Wirkung ausblieb, verweist er auf den Nutzen der Zölle als Druckmittel in Handelsverhandlungen.
Geopolitik und Einnahmen als Argumente für den Erhalt
Zwei zentrale Faktoren machen es schwierig, die Zölle einfach wieder abzuschaffen: das geopolitische Druckpotenzial und die damit generierten Staatseinnahmen. Wer auch immer nach Trump das Weiße Haus übernimmt, dürfte auf diese Instrumente nur ungern verzichten. Zölle sind damit nicht mehr nur Handelspolitik – sie sind zu einem festen Bestandteil des außenpolitischen Werkzeugkastens der USA geworden.
Besonders brisant: Trump droht weiterhin mit zusätzlichen Zöllen gegen enge Verbündete wie Kanada. Dies zeigt, dass die Abgaben nicht nur gegen geopolitische Rivalen eingesetzt werden, sondern auch innerhalb traditioneller Bündnisse als Verhandlungsmasse dienen.
Wähler unter Druck – Inflation bleibt das zentrale Thema
Umfragen zeigen beständig, dass die Zölle bei den amerikanischen Wählern unbeliebt sind. Der Hauptgrund: Die Bevölkerung leidet bereits unter hartnäckig hoher Inflation und macht die Handelspolitik mitverantwortlich für die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Für deutsche Beobachter ist dies besonders relevant, da die USA als wichtigster Handelspartner Europas gelten und US-Zölle direkte Auswirkungen auf europäische Exporteure haben.
Die Kombination aus innenpolitischem Druck und außenpolitischem Nutzen schafft ein Spannungsfeld, das die US-Handelspolitik auf absehbare Zeit prägen wird. Selbst wenn ein künftiger Präsident die Zölle reduzieren wollte, stünden ihm mit den Einnahmen und dem geopolitischen Hebel zwei mächtige Gegenargumente gegenüber.
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Zur AktienanalyseStrukturwandel in der US-Handelspolitik
Was unter Trump begann, könnte damit zu einem dauerhaften Merkmal der amerikanischen Wirtschaftspolitik werden. Die Zölle haben die Spielregeln des globalen Handels verändert – und diese Veränderung lässt sich nicht einfach rückgängig machen. Für Unternehmen und Investoren weltweit bedeutet dies: Planungssicherheit im transatlantischen Handel bleibt ein knappes Gut.


