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Trumps Wirtschaftspolitik und die Rückkehr der Stagflation

Wie Handelsabbrüche und Machtpolitik globale Märkte destabilisieren

 Trumps Wirtschaftspolitik und die Rückkehr der Stagflation

Die weltwirtschaftlichen Folgen der aktuellen US-Politik unter Präsident Donald Trump rufen zunehmend Besorgnis hervor. Vor allem die Gefahr einer erneuten Stagflation, also einer Phase gleichzeitig hoher Inflation und wirtschaftlicher Stagnation, wird unter Experten als realistisch eingeschätzt. Während die Stagflation während der Corona-Pandemie noch überwiegend auf gestörte Lieferketten und verändertes Konsumverhalten zurückzuführen war, droht nun eine strukturell tiefgreifendere Krise. Auslöser dafür sind unter anderem die „America First“-Strategie und eine zunehmende Abkehr der USA vom globalen Freihandel.

Die Pandemie führte kurzfristig zu Engpässen bei Rohstoffen, Halbleitern und Transportkapazitäten, was den Inflationsdruck erhöhte. Diese Probleme erwiesen sich jedoch als vorübergehend. Inzwischen haben sich Lieferketten und Preisniveaus wieder weitgehend stabilisiert. Im Gegensatz dazu führt Trumps Handelspolitik zu einer dauerhaften Umgestaltung globaler Lieferstrukturen. Die USA distanzieren sich zunehmend von China als Produktionspartner und schwächen sogar bestehende Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada, was bereits etablierte, effiziente Handelsbeziehungen untergräbt.

Langfristige wirtschaftliche Vorteile durch global vernetzte Lieferketten, wie etwa die Senkung der Inflationsrate in den USA, könnten dadurch verloren gehen. Der Umbau hin zu mehr inländischer Produktion gestaltet sich kompliziert, langwierig und teuer. Unternehmen reagieren zudem zurückhaltend auf Trumps Kurs, da seine wirtschaftspolitischen Maßnahmen unberechenbar erscheinen und potenziell durch plötzliche Zolländerungen oder Sanktionen gefährdet werden.

Parallel dazu kommt es zu einer zunehmenden Politisierung der US-Notenbank Federal Reserve. Trump mischt sich aktiv in deren Entscheidungen ein und äußert öffentlich Kritik an der Zinspolitik. Die angedrohte Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell sowie politische Einflussnahmen auf weitere unabhängige Institutionen haben das Vertrauen in stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen weiter geschwächt.

Die Kombination aus protektionistischen Maßnahmen, politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik und einem schwachen US-Dollar erinnert an die wirtschaftliche Lage der späten 1970er Jahre, als die USA bereits einmal eine ausgeprägte Stagflation erlebten. Die möglichen Folgen eines globalen Handelsrückgangs könnten mit jenen nach dem Smoot-Hawley-Tarifgesetz von 1930 vergleichbar sein, das in der Weltwirtschaftskrise gipfelte. Ein dramatischer Rückgang des Welthandels erscheint unter den aktuellen Bedingungen nicht ausgeschlossen.

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