Trumps Rekrutierungsoffensive: Rodeo, Space Force und Border Patrol
Beim Bullenreiten in Colorado Springs wirbt das US-Militär auf ungewöhnliche Weise um neue Beamte und Soldaten.

Ein drückend heißer Samstag in Colorado Springs: 33 neue Rekruten werden im Falcon Stadium der Air Force Academy vereidigt, während Bullenreiter in Chaps auf 725 Kilogramm schwere, gehörnte Rinder warten. Die Veranstaltung unter dem Namen „Professional Bull Riders (PBR) Space Cowboys" feiert das 250-jährige Jubiläum Amerikas – und dient gleichzeitig als Rekrutierungsplattform für das US-Militär und die Strafverfolgungsbehörden.
Die US Space Force – die jüngste Teilstreitkraft des amerikanischen Militärs – fungierte als Co-Sponsor der Veranstaltung und warb vor Ort aktiv um Nachwuchs. Auch die US Border Patrol war mit einem Rekrutierungszelt und einem SUV mitten in der Fan-Zone präsent. Kinder stellten sich für Junior-Rodeo-Spiele an, nur wenige Meter von den Grenzschutzbeamten entfernt, während Country-Musik von einer riesigen Bühne dröhnte.
Sean Gleason, CEO von PBR, sieht in der Verbindung von Rodeo und Militär keine Zufälligkeit. „Unsere Cowboys und die Cowboys in unserem Publikum glauben an harte Arbeit, Ehrlichkeit, Integrität, Nachbarschaftshilfe und eine gewisse Selbstlosigkeit", sagte er der BBC. „Genau das ist es, was man braucht, um beim Militär, bei der US Border Patrol oder als Ersthelfer tätig zu sein."
Milliarden für die Grenzsicherung
Die Rekrutierungsoffensive bei Rodeo-Veranstaltungen ist kein neues Phänomen: Die Border Patrol pflegt bereits seit 2008 eine Beziehung zu PBR. Doch unter Präsident Donald Trump hat die Behörde eine völlig neue Dimension erreicht. Trump unterzeichnete im vergangenen Sommer ein Gesetz, das die Einstellung von 3.000 neuen Grenzschutzbeamten vorschreibt. Erst diesen Monat folgte ein weiterer Gesetzentwurf mit 70 Milliarden US-Dollar für die Grenzsicherung – davon 26 Milliarden US-Dollar speziell für die Border Patrol.
Ein Großteil dieser Mittel ist für Rekrutierung und Mitarbeiterbindung vorgesehen. Die Behörde vermeldete diese Woche einen historischen Meilenstein: Zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1924 überschritt die Border Patrol die Marke von 21.000 aktiven Beamten. Das unterstreicht den politischen Stellenwert, den Trump dem Grenzschutz beimisst – einem seiner zentralen Wahlkampfthemen.
Junge Amerikaner im Visier der Rekrutierer
Wie wirksam diese unkonventionellen Rekrutierungsmethoden sind, zeigt das Beispiel von Cody Price. Der 18-Jährige, der zwar an der University of Colorado Boulder angenommen wurde, seinen Studienbeginn aber um ein Jahr verschoben hat, hatte „nicht wirklich über die Border Patrol nachgedacht" – bis er die rund ein halbes Dutzend Rekrutierer beim Rodeo entdeckte.
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Zur Aktienanalyse„Ich habe mich lange für das Militär interessiert", sagt Price. „Ich habe Asthma und kann deshalb nicht zum Militär. Aber bei der Border Patrol ist Asthma kein Ausschlusskriterium." Obwohl er keinen ausgeprägten Eindruck von der Behörde habe, sei ihm bewusst: „Ich weiß, dass es in der Politik gerade ein riesiges Thema ist und jeder darüber debattiert, was richtig und was falsch ist."
Das Beispiel Colorado Springs zeigt, wie die Trump-Administration gezielt auf Veranstaltungen mit patriotischem und ländlichem Publikum setzt, um Nachwuchs für Militär und Grenzbehörden zu gewinnen. Die Kombination aus Western-Mentalität, Spektakel und staatlicher Präsenz ist dabei bewusst gewählt – und offenbar nicht ohne Wirkung.

