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Trumps Kohle-Pläne stoßen auf Realität

Veraltete Kraftwerke, sinkende Nachfrage und kaum Chancen auf neuen Aufschwung

Trumps Kohle-Pläne stoßen auf Realität

Trotz massiver Unterstützung durch US-Präsident Donald Trump steht die amerikanische Kohleindustrie vor einem historischen Niedergang. In den ersten Monaten seiner zweiten Amtszeit hat Trump mehrere präsidiale Erlasse unterzeichnet und Bundesmittel bereitgestellt, um den Kohlebergbau und die Kohleverstromung neu zu beleben. Doch von einem Aufschwung ist bislang nichts zu sehen: Derzeit befindet sich kein einziges neues Kohlekraftwerk im Bau, während Energieversorger in den USA lieber auf erneuerbare Energien, Batteriespeicher, Erdgas und Atomkraft setzen – allesamt kostengünstigere und effizientere Alternativen zur Kohle.

Die strukturellen Probleme der Branche sind tiefgreifend. Seit Beginn des Jahrhunderts wurden in den Vereinigten Staaten sechsmal so viele Kohlekraftwerke stillgelegt wie neue gebaut. Zwischen 2000 und 2024 wurden fast 166.000 Megawatt alter Kohlekapazität abgeschaltet, während lediglich rund 26.000 Megawatt neu ans Netz gingen. Das letzte größere Projekt, das Sandy Creek Kraftwerk in Texas, wurde bereits vor über zehn Jahren in Betrieb genommen.

Heute beträgt die gesamte Kohleverstromungskapazität der USA rund 194 Gigawatt – ein Rückgang um etwa 42 Prozent in den letzten 25 Jahren. Mehr als drei Viertel der verbleibenden Anlagen sind inzwischen über 40 Jahre alt und haben damit ihr technisches Lebensalter längst überschritten. Zwar wurden einzelne Schließungen aus Sorge vor Stromengpässen aufgeschoben, doch der Trend zur Stilllegung hält an. In manchen Fällen greift die Trump-Regierung regulierend ein und befreit ältere Kraftwerke von strengeren Emissionsvorgaben, die andernfalls in den kommenden Jahren zur Abschaltung geführt hätten.

Auch die Nachfrage nach Kohle sinkt stetig. Der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den USA ist seit dem Jahr 2010 um 65 Prozent gefallen. Dementsprechend ging auch die Fördermenge drastisch zurück: Von rund einer Milliarde Tonnen im Jahr 2000 sank die Jahresproduktion auf etwas über eine halbe Milliarde Tonnen im Jahr 2024. Die größten Förderländer sind Wyoming, West Virginia, Pennsylvania und Kentucky.

Mit dem Rückgang der Produktion schrumpfte auch die Zahl der Beschäftigten im Bergbau. Während im Jahr 2011 noch rund 91.600 Menschen in der Kohleindustrie arbeiteten, waren es 2023 nur noch rund 45.500. Der Exportmarkt bietet kaum Perspektiven: Länder wie Indonesien und Australien verfügen über kürzere Transportwege zu den asiatischen Abnehmern, die als einzige noch wachsende Nachfrage verzeichnen.

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