Trumps Gold Card für Millionäre: Nur 338 Anträge eingegangen
Das 1-Million-Dollar-Visum der Trump-Regierung enttäuscht: Rechtliche Unsicherheiten und widersprüchliche Versprechen schrecken reiche Ausländer ab.

Trumps sogenannte „Gold Card" – ein Investorenvisum für eine Million US-Dollar – kommt bei der globalen Elite nicht an. Laut einem aktuellen Gerichtsantrag des Heimatschutzministeriums (DHS) haben bisher lediglich 338 Personen einen Antrag gestellt. Nur 165 davon haben die Bearbeitungsgebühr von 15.000 Dollar bezahlt. Das Programm, das Handelsminister Howard Lutnick im Dezember noch mit 80.000 ausgestellten Karten und Einnahmen von über 100 Milliarden Dollar prognostiziert hatte, bleibt damit weit hinter den Erwartungen zurück.
Das Programm wurde von Präsident Trump per Dekret ins Leben gerufen, da nur der Kongress das Einwanderungsrecht formell festlegen kann. Die Gold Card nutzt die bestehenden Visakategorien EB-1 und EB-2, die eigentlich Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten oder von nationalem Interesse vorbehalten sind. Im Rahmen der Gold Card soll die Zahlung von einer Million Dollar einen Antragsteller automatisch als Person mit besonderen Fähigkeiten qualifizieren – ein Konzept, das rechtlich umstritten ist.
Versprechen und Wirklichkeit klaffen auseinander
Ein zentrales Verkaufsargument war die schnelle Bearbeitung. Die offizielle Website versprach einen US-Wohnsitz in „Rekordzeit" und innerhalb „weniger Wochen". Doch der jüngste Gerichtsantrag des DHS widerspricht diesem Versprechen direkt: Gold-Card-Antragsteller erhalten demnach keine Vorzugsbehandlung oder schnellere Genehmigungszeiten als Bewerber für herkömmliche Visa.
Craig Becker, leitender Rechtsberater des Affirmative Litigation Democracy Defenders Fund, der eine Klage gegen die Rechtmäßigkeit des Programms führt, erklärt den Widerspruch mit der prekären rechtlichen Lage des Programms. Um Interesse zu wecken, musste das Weiße Haus ein beschleunigtes Verfahren versprechen. Um der Klage entgegenzuwirken, argumentiert das DHS nun jedoch, dass Gold-Card-Antragsteller keine Priorität genießen. Das Handelsministerium und das DHS lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.
Klage gefährdet das gesamte Programm
Die American Association of University Professors hat Klage eingereicht und argumentiert, die Gold Card verdränge reguläre EB-1- und EB-2-Antragsteller. Da der Kongress die Anzahl dieser Visa jährlich begrenzt, könnten „qualifizierte, leistungsorientierte Antragsteller keine Visa erhalten", so die Klageschrift. Das DHS entgegnet, es seien mehr als genug Visa vorhanden und die Gold Card verfüge über ein eigenes Bearbeitungsteam – was wiederum dem Argument widerspricht, es gebe keine Sonderbehandlung.
Einwanderungsanwälte, die auf Investorenvisa spezialisiert sind, berichten, dass ihre vermögenden Kunden nicht riskieren wollen, eine Million Dollar zu verlieren, solange das Programm weder gerichtlich geprüft noch vom Kongress genehmigt wurde. Die Unklarheit über Wartezeiten verstärke die Skepsis zusätzlich. Grundsätzlich schließen Anwälte einen späteren Erfolg des Programms nicht aus – sofern es eine Erfolgsbilanz bei den Genehmigungen vorweisen kann.
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Zur AktienanalyseEB-5-Programm profitiert von der Unsicherheit
Ironischerweise hat die Debatte um die Gold Card das Interesse am bestehenden EB-5-Investorenvisum gesteigert, das einen Anstieg der Anträge verzeichnet. Dieses Programm gewährt einen US-Wohnsitz im Austausch für eine Investition von 800.000 bis einer Million Dollar, die mindestens zehn Vollzeitarbeitsplätze schafft – und gilt als rechtlich deutlich stabiler.
Der Kontext für das Scheitern der Gold Card ist dabei durchaus interessant: Laut dem Beratungsunternehmen Henley & Partners werden im Jahr 2026 voraussichtlich 165.000 Millionäre in ein anderes Land ziehen – so viele wie nie zuvor. Geopolitische Unruhen, Steuererhöhungen für Reiche und politische Instabilität treiben immer mehr Wohlhabende dazu, nach einem Wohnsitz im Ausland zu suchen. Amerika bleibt dabei ein begehrtes Ziel. Die Nachfrage wäre also vorhanden – doch das Gold-Card-Programm kann sie bislang nicht bedienen.


