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Trumps Einwanderungspolitik: Kaum Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt

Über ein Jahr nach Trumps hartem Einwanderungskurs zeigen sich weder große Störungen noch nennenswerte Vorteile für amerikanische Arbeitnehmer.

Trumps Einwanderungspolitik: Kaum Auswirkungen auf den US-Arbeitsmarkt

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Präsident Trump seinen harten Kurs gegen illegale Einwanderung eingeschlagen hat – und die Bilanz auf dem US-Arbeitsmarkt fällt überraschend nüchtern aus. Weder die weithin befürchteten massiven Störungen noch die erhofften spürbaren Vorteile für einheimische Arbeitnehmer sind bislang eingetreten. Das zeigt eine Analyse des Wall Street Journal auf Basis von Daten des US-Arbeitsministeriums.

Die Ergebnisse stellen viele der ursprünglichen Annahmen auf beiden Seiten der politischen Debatte in Frage. Befürworter der strengeren Einwanderungspolitik hatten argumentiert, dass weniger Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu höheren Löhnen und mehr Jobs für in den USA geborene Arbeitnehmer führen würden. Kritiker hingegen warnten vor gravierenden Engpässen in bestimmten Branchen.

Was die Daten tatsächlich zeigen

Die Realität ist differenzierter: Die Arbeitslosigkeit unter in den USA geborenen Erwerbstätigen ist leicht gestiegen. Gleichzeitig hat sich das Lohnwachstum verlangsamt – ein Befund, der den Erwartungen der Befürworter der Einwanderungsbeschränkungen direkt widerspricht.

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung im gewerblichen Sektor. Gerade in jenen Branchen, in denen traditionell gering qualifizierte Migranten beschäftigt werden, hat sich das Lohnwachstum ebenfalls abgeschwächt. Dies gilt als klares Indiz dafür, dass der vielfach prognostizierte Arbeitskräftemangel in diesen Bereichen ausgeblieben ist.

Einordnung für Anleger und Beobachter

Für deutsche Beobachter und Anleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Der US-Arbeitsmarkt gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit der weltgrößten Volkswirtschaft. Veränderungen bei Lohnwachstum und Beschäftigung beeinflussen direkt die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und damit auch die globalen Kapitalmärkte.

Die Analyse des Wall Street Journal legt nahe, dass die tatsächlichen wirtschaftlichen Effekte einer restriktiven Einwanderungspolitik kurzfristig schwerer zu messen sind als politisch oft behauptet wird. Weder ein dramatischer Einbruch der Wirtschaftsleistung noch ein deutlicher Aufschwung für einheimische Arbeitnehmer lässt sich bislang aus den vorliegenden Daten ableiten.

Die Debatte um Einwanderung und Arbeitsmarkt bleibt damit eines der komplexesten wirtschaftspolitischen Themen in den USA. Die vorliegenden Daten mahnen zur Vorsicht gegenüber vereinfachten Schlussfolgerungen – in beide Richtungen.

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