Trump-Zölle belasten asiatische Währungen und stärken den Dollar
Neue US-Importzölle auf 60 Handelspartner schüren Inflationssorgen und treiben den Dollar auf ein Dreiwochenhoch.

Die meisten asiatischen Währungen haben am Freitag gegenüber dem US-Dollar nachgegeben, nachdem die neuen Importzölle von Präsident Donald Trump gegenüber 60 Handelspartnern in Kraft getreten sind. Der US-Dollar-Index bewegte sich nahe eines Dreiwochenhochs, während die Renditen von Benchmark-Staatsanleihen über Nacht neue Mehrmonatshochs erreichten. Anleger befürchten, dass höhere Importkosten und steigende Energiepreise die Federal Reserve bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche zu einer vorsichtigeren Haltung bei der geldpolitischen Lockerung veranlassen könnten.
Das neue Zollregime Washingtons ersetzte die ausgelaufenen vorübergehenden Abgaben von 10 % durch neue Zölle von 10 % und 12,5 % auf Importe aus 60 Handelspartnerländern. Die Maßnahmen decken nahezu alle US-Importe ab, wobei bestimmte Produkte wie Öl, Gas und einige Lebensmittel ausgenommen bleiben. Auch das Währungspaar EUR/USD notierte schwächer, nachdem die Europäische Zentralbank am Vortag die Zinssätze unverändert gelassen und an einem vorsichtigen Ansatz von Sitzung zu Sitzung festgehalten hatte.
Ölpreise und Geopolitik verstärken den Inflationsdruck
Die neuen Handelsmaßnahmen trafen zeitlich mit einem anhaltend hohen Ölpreis zusammen: Rohöl der Sorte Brent hielt sich über 100 US-Dollar pro Barrel. Angriffe der von Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie erneute US-Angriffe auf den Iran verstärkten die Sorge vor anhaltenden Lieferunterbrechungen. Die Kombination aus Zöllen und hohen Energiepreisen nährt die Befürchtung, dass ein weiterer Energieschock die weltweite Inflation auf hohem Niveau halten könnte.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg über Nacht auf über 4,7 %, während die 30-jährige Rendite deutlich über 5 % blieb. Diese Entwicklung stützte die breite Nachfrage nach dem US-Dollar zusätzlich. Die Singapurer Bank OCBC stellte fest, dass die Devisenmärkte trotz steigender geopolitischer Risiken und Ölpreise bislang bemerkenswert ruhig geblieben seien. Sie warnte jedoch, dass ein anhaltender Ölpreisschock die Marktvolatilität schnell wiederbeleben und eine breitere Dollar-Rallye auslösen könnte.
Japanischer Yen nahe Vier-Jahrzehnt-Tief
Besonders unter Druck steht der japanische Yen: Das Währungspaar JPY/USD bewegte sich nahe eines Vier-Jahrzehnt-Tiefs bei rund 163,8 Yen pro Dollar. Dies geschah trotz Berichten, wonach die Bank of Japan die Zinsen schneller als bisher erwartet anheben könnte. Das US-Finanzministerium bekräftigte am Donnerstag seine Besorgnis über die übermäßige Volatilität des Yen und ermutigte zu einer weiteren Normalisierung der Geldpolitik in Japan. OCBC betonte, dass Interventionen allein die Rolle des Yen als Refinanzierungswährung wahrscheinlich nicht grundlegend ändern würden — eine nachhaltigere Erholung erfordere eine Beschleunigung des Zinserhöhungstempos durch die Bank of Japan.
Auch der südkoreanische Won (KRW) schwächte sich weiter ab, nachdem er Anfang der Woche den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Monaten erreicht hatte. Der australische und der neuseeländische Dollar stabilisierten sich nach deutlichen Verlusten über Nacht, während der chinesische Yuan kaum verändert notierte.
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Zur AktienanalyseBlick auf China und die kommende Fed-Sitzung
Anleger richten ihren Blick gespannt auf die Sitzung des chinesischen Politbüros in der nächsten Woche. Die Märkte erwarten, dass die Führung in Peking nach schwächeren Wirtschaftsdaten für das zweite Quartal zusätzliche Unterstützung für Beschäftigung und privaten Konsum ankündigen wird — zusammen mit weiteren Details zur langfristigen Konsumstrategie im Rahmen des 15. Fünfjahresplans. Zudem wird der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Juli auf Anzeichen einer Stabilisierung der Fabrikaktivität beobachtet.
Für Taiwan wird ein weiteres Quartal mit robustem, exportgetriebenem BIP-Wachstum erwartet. Die südkoreanischen Handelsdaten für Juli sollen nach der über den Erwartungen liegenden Performance im Juni einen frühen Gradmesser für die regionale Exportnachfrage liefern. Die Monetary Authority of Singapore wird am Montag eine ereignisreiche Woche für die regionalen Zentralbanken einläuten — Citi hält dabei entgegen dem Marktkonsens an einer Prognose fest, die eine Versteilerung des SGD-NEER-Politikbandes um 50 Basispunkte vorsieht. Im weiteren Wochenverlauf rücken dann die Federal Reserve und die Bank of Japan in den Fokus der Märkte.


