Trump-Zölle treiben Aluminiumpreise in die Höhe
US-Produzenten profitieren, doch Nachfrage und Lieferketten geraten unter Druck

US-amerikanische Aluminiumhersteller profitieren erheblich von der Entscheidung von Präsident Donald Trump, die Einfuhrzölle auf Aluminium von 25 auf 50 Prozent zu erhöhen. Besonders profitieren Unternehmen wie Century Aluminum, der größte Primäraluminium-Produzent des Landes, sowie Matalco, ein führender Recycler. Die Preise für Aluminium in den USA sind seit Trumps Wiederwahl im November stark gestiegen. Der sogenannte Midwest-Aufschlag, der zusätzlich zum Basispreis der London Metal Exchange (LME) berechnet wird, erreichte zuletzt ein Rekordniveau von 62,5 US-Cent pro Pfund, was 1.377 Dollar pro Tonne entspricht. Dies entspricht einem Anstieg von nahezu 190 Prozent.
Laut der Beratungsfirma Harbor Aluminum müsste dieser Aufschlag auf 70 Cent pro Pfund beziehungsweise 1.543 Dollar pro Tonne steigen, um die vollen Kosten des neuen 50-Prozent-Zolls widerzuspiegeln. Unternehmen wie Century Aluminum, in dem der britisch-schweizerische Konzern Glencore mit über 40 Prozent beteiligt ist, äußerten sich nicht über die eigene Stellungnahme hinaus, in der das Unternehmen die Zollanhebung begrüßte. Century produzierte im vergangenen Jahr 690.000 Tonnen Aluminium. Matalco, an dem der Bergbaukonzern Rio Tinto zur Hälfte beteiligt ist, stellte im selben Zeitraum 528.000 Tonnen Recycling-Aluminium her.
Während Schrottaluminium weiterhin zollfrei importiert werden darf, bleibt für die Recyclingindustrie der Bedarf an Primäraluminium bestehen, um die spezifischen Materialeigenschaften der Legierungen sicherzustellen. Die Firma Alcoa, die ihre Produktionskapazität in den USA auf 291.000 Tonnen beziffert, erwartet ebenfalls positive Effekte durch die Zölle. Ihr weltweiter Ausstoß lag 2024 bei insgesamt 2,215 Millionen Tonnen. Dagegen äußerte sich das Unternehmen Constellium zurückhaltender. Zwar unterstütze man die ursprünglichen 25 Prozent Zoll zur Bekämpfung unfairer Handelspraktiken, doch ein weiterer Anstieg könne laut Constellium negative Folgen für die Lieferketten und die Nachfrage haben.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie gestiegenen Kosten werden voraussichtlich an die Endverbraucher weitergegeben, was längerfristig die Nachfrage belasten könnte. Bereits jetzt nimmt der Import von Schrottaluminium zu. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Einfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 30 Prozent auf 201.968 Tonnen. Händler erwarten, dass US-Recyclingunternehmen angesichts der hohen inländischen Aluminiumpreise mehr Schrott aufkaufen und damit internationale Bieter überbieten können. Derzeit liegt der Aluminiumpreis an der LME bei etwa 2.500 Dollar pro Tonne. In Europa ist die zollpflichtige Prämie seit Januar auf 170 Dollar pro Tonne gefallen, da Produzenten verstärkt Metall dorthin umleiten, um US-Zölle zu umgehen.


