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Trump will MMR-Impfstoff aufteilen – Experten warnen vor Konsequenzen

Trumps Plan, den Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln aufzuteilen, stößt bei Experten auf scharfe Kritik und gilt als wissenschaftlich unhaltbar.

Trump will MMR-Impfstoff aufteilen – Experten warnen vor Konsequenzen

Präsident Donald Trump hat per Durchführungsverordnung angeordnet, den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln in drei separate Einzeldosen aufzuteilen. Ärzte und Gesundheitsexperten reagieren mit deutlicher Kritik: Das Vorhaben entbehre jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und habe kaum Aussicht auf Erfolg. Trump behauptete ohne Belege, der Kombinationsimpfstoff könne in seiner aktuellen Form „ziemlich tödlich" sein – eine Aussage, die Experten als „völlig falsch" bezeichnen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit des MMR-Impfstoffs ist in groß angelegten Studien wiederholt belegt worden. Wissenschaftliche Daten, die Vorteile einer Trennung der Impfung belegen würden, existieren schlicht nicht, betonen Fachleute. Stattdessen warnen sie vor erheblichen logistischen Problemen, die ein solcher Schritt mit sich bringen würde.

Mehr Arztbesuche, weniger Impfschutz

Derzeit wird eine Dosis des MMR-Impfstoffs im Alter von 12 bis 15 Monaten verabreicht, eine zweite Dosis im Alter von 4 bis 6 Jahren. Eine Aufteilung in Einzelimpfstoffe würde bedeuten, dass ein Kind in seinen frühen Lebensjahren sechs verschiedene Dosen erhalten müsste – verteilt auf mehrere Arztbesuche. Neil Maniar, Professor für öffentliche Gesundheit an der Northeastern University, warnte gegenüber CNBC, dass dies dazu führen könnte, dass Impfungen bei Kindern häufiger verzögert werden oder ganz ausfallen.

Maniar betonte zudem, dass bereits ein einziger Arztbesuch für Eltern, die sich von der Arbeit freinehmen müssen, eine erhebliche Herausforderung darstellen kann. In ländlichen Gebieten und anderen unterversorgten Gemeinschaften sei der Zugang zur Gesundheitsversorgung ohnehin komplizierter. Der US-Impfplan für Kinder sei sorgfältig auf die „Bereitschaft des Immunsystems" des Kindes sowie auf das jeweilige Krankheitsrisiko abgestimmt – eine zeitliche Streckung der Impfungen erhöhe das Risiko, dass Kinder wichtigen Schutz verpassen.

Masernfälle auf höchstem Stand seit Jahrzehnten

Der Zeitpunkt von Trumps Initiative ist brisant: Die USA verzeichnen in diesem Jahr die höchste Zahl an Masernfällen seit Jahrzehnten. Dr. Andrew Racine, Präsident der American Academy of Pediatrics (AAP), erklärte vor Journalisten, dass der bereits gesunkene Anteil impfbereiter Eltern zu diesem Wiederaufflammen beigetragen habe. Laut einer Umfrage der gesundheitspolitischen Organisation KFF und der Washington Post aus dem Jahr 2025 geben rund 9 % der Eltern an, die MMR-Impfung für ihre Kinder entweder auszulassen oder zu verschieben.

Racine stellte die Frage in den Raum: „Warum sollten wir Kindern keinen Impfstoff geben, der sicher ist und den Tod verhindert?" Er wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr in den USA zwei gesunde Kinder an Masern gestorben sind. William Moss, Kinderarzt und Professor für Epidemiologie an der Johns Hopkins University, warnte, dass Trumps Rhetorik das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Sicherheit des MMR-Impfstoffs weiter untergraben könnte.

Hintergrund: Wakefield und die Impfskepsis

Einige Experten vermuten, dass Trumps Idee zur Impfstoffaufteilung auf den britischen Gastroenterologen Andrew Wakefield zurückgeht. Wakefield veröffentlichte 1998 eine Studie, in der er einen Zusammenhang zwischen MMR-Impfstoffen und einem Anstieg von Autismus behauptete. Diese Arbeit wurde inzwischen zurückgezogen, und Wakefield wurde aus dem britischen Ärzteregister gestrichen. Dennoch hat seine These die Impfskepsis in vielen Ländern nachhaltig geprägt.

Pharmaunternehmen ohne Anreize für Einzelimpfstoffe

Die Hersteller des MMR-Impfstoffs – Merck und GSK – scheinen kaum Anreize zu haben, Einzelimpfstoffe zu entwickeln. Merck erklärte in einer Stellungnahme, dass die vorliegenden Erkenntnisse darauf hindeuten, dass Kombinationsimpfstoffe die Ergebnisse bei Kinderimpfungen verbessern, die Abschlussrate aller empfohlenen Dosen erhöhen und die Compliance-Raten steigern. Racine von der AAP schätzte, dass die Entwicklung von Einzelimpfstoffen wahrscheinlich mehr als ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen würde – und damit weit über das Ende von Trumps Amtszeit hinausreichen würde.

Moss erklärte, er sehe keine unmittelbaren oder kurzfristigen Auswirkungen des Vorhabens auf den aktuellen Masernausbruch. Maniar fasste die Lage prägnant zusammen: „Wir sollten alles tun, um diese Raten zu erhöhen, anstatt Maßnahmen zu ergreifen, die zusätzliche Barrieren für Impfungen schaffen." Experten befürchten zudem, dass einzelne US-Bundesstaaten sich möglichen neuen Leitlinien anschließen könnten – mit unabsehbaren Folgen für die öffentliche Gesundheit.

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