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Trump verlängert Iran-Waffenruhe – Märkte blicken bereits nach vorn

US-Präsident Trump verlängert den Waffenstillstand mit dem Iran auf unbestimmte Zeit – Anleger reagieren gelassen und fokussieren sich auf Fundamentaldaten.

Trump verlängert Iran-Waffenruhe – Märkte blicken bereits nach vorn

US-Präsident Donald Trump hat den zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert – nur wenige Stunden vor dessen geplantem Auslaufen. Die Ankündigung dämpfte die Sorge vor einer baldigen Wiederaufnahme der US-Angriffe, doch die Reaktion der Finanzmärkte fiel weitgehend verhalten aus. Anleger hatten offenbar bereits eingepreist, dass Trump einen Weg zur Verlängerung finden würde.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich über Nacht uneinheitlich, während die europäischen Märkte leicht im Plus notierten und US-Aktienfutures auf geringfügige Gewinne hindeuteten. Die Ölpreise schwankten nach Trumps Ankündigung heftig: Die internationale Referenzsorte Brent notierte bei 99,81 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 90,86 US-Dollar. Erhöht blieben die Preise, weil der Präsident auf einer Aufrechterhaltung der Blockade der Straße von Hormus bestand.

„Was der Markt eigentlich tut, ist zu versuchen, über die Ereignisse im Iran hinwegzusehen und darauf zu setzen, dass sich diese Situation langsam von selbst lösen wird. Es mag einige Zeit dauern, aber wir nähern uns eher dem Ende als dem Anfang", sagte Brian Stutland, CIO bei Equity Armor Investments, gegenüber „Squawk Box Asia".

Zurück zu den Fundamentaldaten

Die globalen Aktienmärkte haben bereits wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Der MSCI World Index machte einen Einbruch von 3,29 Prozent nach Ausbruch des Konflikts vollständig wett und notiert nun fast 2 Prozent über seinem Schlussstand vom 2. März – dem ersten Handelstag nach Beginn der Feindseligkeiten. Anleger lösten ihre Absicherungen gegen geopolitische Risiken rasch auf, obwohl der Konflikt noch immer ungelöst ist.

Ray Farris, Chefökonom bei Eastspring Investments, brachte die Marktstimmung auf den Punkt: „Die Märkte gehen davon aus, dass die Worst-Case-Szenarien in diesem Krieg wahrscheinlich vorbei sind." Er erklärte weiter: „Was wir jetzt tun, ist, all diese Worst-Case-Risiken am linken Rand der Verteilung – wie Öl bei 200 Dollar pro Barrel – herauszunehmen, die Preisverteilung zu korrigieren und uns wieder auf die Gewinne zu konzentrieren."

Grace Peters, Co-Leiterin der globalen Anlagestrategie bei der J.P. Morgan Private Bank, ergänzte, dass Anleger „wieder über Fundamentaldaten nachdenken" und die „Hürde für eine erneute Beschäftigung mit dem Konflikt" gestiegen sei. Sie verwies zudem auf die laufende Berichtssaison als wichtigen Kurstreiber: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 sei unter seinen Fünfjahresdurchschnitt gefallen. „Dieses Zusammentreffen von Bewertungschancen und den Gewinnen als Katalysator treibt den Markt offensichtlich nach oben", so Peters.

Peters betonte dabei ein wiederkehrendes Muster: „Immer wieder sehen wir ein geopolitisches Muster, bei dem einmalige Ereignisse die Märkte nicht dramatisch beeinflussen. Die Erholung verläuft in der Regel recht zügig." Anleger sollten einmalige Ereignisse nicht zu stark gewichten und nicht unterschätzen, was unter der Oberfläche passiert.

Straße von Hormus bleibt geschlossen – Lage bleibt angespannt

Trotz der positiven Marktstimmung bleibt die Straße von Hormus weiterhin blockiert. Solange dies so bleibt, ist eine spürbare Zunahme der Ölströme durch diese strategisch wichtige Meerenge kurzfristig unwahrscheinlich. Das verlängert die Angebotsverknappung, erhöht den Inflationsdruck und belastet die globalen Wachstumsaussichten.

Auch die Aussichten für weitere Friedensverhandlungen bleiben ungewiss. Eine geplante Reise von Vizepräsident JD Vance nach Pakistan für eine zweite Verhandlungsrunde mit iranischen Vertretern wurde verschoben, nachdem Unterhändler aus Teheran Berichten zufolge eine Teilnahme abgelehnt hatten.

Luis Costa, globaler Leiter der Strategie für Schwellenländer bei Citi, beobachtet eine ähnliche Dynamik wie seine Kollegen und spricht von „Restoptimismus". Er verwies darauf, dass vor dem Konflikt die Erwartungen an die Aktiengewinne in den Schwellenländern deutlich schneller nach oben korrigiert worden seien als in den Industrieländern – und dass diese Ausgangslage weiterhin Bestand habe.

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