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Trump verkündet indischen Öl-Stopp – Moskau widerspricht umgehend

US-Präsident behauptet Einigung mit Indien über russische Ölimporte, doch Kreml dementiert jegliche Vereinbarung.

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Trump verkündet indischen Öl-Stopp – Moskau widerspricht umgehend

US-Präsident Donald Trump hat am Montag verkündet, Indien habe zugestimmt, keine russischen Ölimporte mehr zu tätigen. Dies sei Teil eines neuen Handelsabkommens zwischen Washington und Neu-Delhi. Doch bereits einen Tag später widersprach der Kreml dieser Darstellung energisch. Russland habe keine offiziellen Informationen über einen Lieferstopp erhalten.

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak, ein ehemaliger Ölminister, spielte die möglichen Auswirkungen herunter. "Wir sehen nur öffentliche Äußerungen. Wir werden beobachten, wie sich die Situation entwickelt", erklärte er am Dienstag vor Reportern. Die unterschiedlichen Aussagen werfen Fragen über den tatsächlichen Inhalt der US-indischen Vereinbarung auf.

Trump hatte das Abkommen auf seiner Plattform Truth Social bekannt gegeben und erklärt, es sei während eines Telefonats mit Premierminister Narendra Modi zustande gekommen. Die USA würden den Hauptzoll für Indien von 25 Prozent auf 18 Prozent senken. Zusätzlich werde ein Strafzoll von 25 Prozent aufgehoben, den Washington im vergangenen Sommer als Vergeltung für die russischen Ölimporte verhängt hatte.

Details zum Handelsabkommen

Modi bestätigte die Einigung und schrieb auf X, er sei "erfreut, dass Produkte 'Made in India' nun einen reduzierten Zoll von 18 Prozent haben werden". Allerdings erwähnte der indische Premierminister in seiner Stellungnahme nichts über einen vollständigen Stopp russischer Ölimporte. Diese Auslassung nährt Zweifel an Trumps Darstellung.

Indien hat seine russischen Ölimporte zwar infolge der US-Strafzölle nachweislich gedrosselt, doch Analysten bezweifeln einen kompletten Ausstieg. Das Land war nach Beginn des Ukraine-Krieges 2022 zu einem der größten Abnehmer von verbilligtem russischem Rohöl aufgestiegen. Die Abhängigkeit von günstigen Energieimporten ist für die indische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung.

Geopolitische Interessenkonflikte

Experten sehen mehrere Gründe für Indiens Zurückhaltung bei einem vollständigen Öl-Stopp. Neben dem Bedarf an günstigem Öl spielen der Wunsch nach außenpolitischer Autonomie und enge verteidigungspolitische Beziehungen zu Russland eine zentrale Rolle. Evan Feigenbaum, Vizepräsident für Studien am Carnegie Endowment for International Peace, betonte, eine öffentliche Rüge Russlands sei für Modi ein "Nonstarter".

Feigenbaum erklärte, Modi könne es sich "kaum leisten, einen der wichtigsten Verteidigungspartner Indiens zu demütigen". Zwar gebe es Anzeichen für eine schrittweise Reduzierung der russischen Rohölimporte, doch ein abrupter Bruch erscheine unrealistisch. Die indische Regierung navigiert zwischen den Interessen zweier Großmächte.

Farwa Aamer, Direktorin der South Asia Initiatives am Asia Society Policy Institute, bestätigte diese Einschätzung. Neu-Delhi zögere, einen Handelspartner fallen zu lassen, mit dem es die Beziehungen in den letzten Jahren vertieft habe. Gleichzeitig sei Indien daran gelegen, den Annäherungsprozess mit den USA nach monatelangen Handelsspannungen nicht zu gefährden.

Wirtschaftliche Konsequenzen

Die Ratingagentur Moody's hält eine vollständige Abkehr Indiens von russischem Öl für unwahrscheinlich. Als Gründe nannte die Agentur potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen wie erhöhte Fertigungskosten und höhere Verbraucherpreise. Ein Verzicht auf preisgünstiges russisches Rohöl würde die Inflation in Indien befeuern und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinträchtigen.

Die widersprüchlichen Aussagen aus Washington, Neu-Delhi und Moskau zeigen die Komplexität der globalen Energiemärkte und geopolitischen Allianzen. Während Trump einen diplomatischen Erfolg verkündet, bleibt unklar, ob Indien tatsächlich bereit ist, auf russisches Öl zu verzichten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Handelsdaten entwickeln und ob die angekündigte Vereinbarung Bestand hat.

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