Trump verhängt 100% Zoll auf patentgeschützte Arzneimittel
US-Präsident Donald Trump hat per Section 232 massive Importzölle auf patentierte Pharmawirkstoffe und Medikamente eingeführt.

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag Zölle in Höhe von 100 Prozent auf patentierte Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe verhängt. Grundlage ist Section 232 des Trade Expansion Act von 1962, der dem Präsidenten weitreichende Befugnisse bei Importen gibt, die die nationale Sicherheit bedrohen. Eine vorangegangene Untersuchung des Handelsministers hatte ergeben, dass die Einfuhrmengen patentierter Pharmawirkstoffe die nationale Sicherheit der USA gefährden.
Die Zölle treten für Großunternehmen in 120 Tagen, für kleinere Betriebe in 180 Tagen in Kraft. Für Pharmaprodukte aus der Europäischen Union, Japan, Südkorea, der Schweiz und Liechtenstein gilt ein ermäßigter Satz von 15 Prozent. Das Vereinigte Königreich profitiert aufgrund eines kürzlich abgeschlossenen bilateralen Pharmaabkommens von einem noch niedrigeren Zollsatz.
Ausnahmen und Sonderregelungen
Unternehmen, die sowohl eine Meistbegünstigungsvereinbarung (Most Favored Nation) mit dem US-Gesundheitsministerium als auch ein Onshoring-Abkommen mit dem Handelsministerium abschließen, zahlen bis zum 20. Januar 2029 keinen Zoll. Firmen, die lediglich ein Onshoring-Abkommen unterzeichnen, werden mit 20 Prozent belastet. Generika, Biosimilars und deren Inhaltsstoffe sind vorerst vollständig ausgenommen – diese Regelung wird jedoch in einem Jahr überprüft.
Von den Zöllen befreit sind außerdem Orphan-Arzneimittel für seltene Erkrankungen, Tiergesundheitsmedikamente sowie bestimmte pharmazeutische Spezialprodukte, sofern sie aus Ländern mit bestehenden Handelsabkommen stammen oder einen dringenden öffentlichen Gesundheitsbedarf decken.
400 Milliarden Dollar an Investitionszusagen
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Zur AktienanalyseDie angekündigten Maßnahmen haben bereits Wirkung gezeigt: Sowohl US-amerikanische als auch ausländische Pharmaunternehmen haben Investitionszusagen in Höhe von rund 400 Milliarden US-Dollar für Produktionen auf amerikanischem Boden angekündigt. Die Trump-Administration sieht die Zölle als zentrales Instrument, um die Abhängigkeit der USA von ausländischen Arzneimittelherstellern zu reduzieren und die heimische Pharmaproduktion zu stärken.
Für europäische und insbesondere deutsche Pharmaunternehmen bedeuten die neuen Regelungen erhebliche Wettbewerbsnachteile auf dem weltgrößten Arzneimittelmarkt. Konzerne wie Bayer, Boehringer Ingelheim oder Merck KGaA dürften die Auswirkungen der 15-prozentigen EU-Zölle in ihren Margen spüren, sofern sie keine Produktionsverlagerungen in die USA vornehmen.


