Trump verhängt massive Zölle gegen Europa
EU, Deutschland und weitere Länder reagieren mit Kritik, Gegenmaßnahmen und Sorgen um die Wirtschaft

Das neue Zollpaket der USA unter Präsident Donald Trump sorgt weltweit für heftige Reaktionen. Vor allem in der Europäischen Union regt sich Widerstand gegen die angekündigten Zölle von 20 Prozent auf Importe aus der EU. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, sprach von "Willkür" und einer "Kampfansage" an Europa. Der SPD-Politiker rechnet mit einem Schaden im hohen zweistelligen Milliardenbereich für die europäische Wirtschaft und kündigte Gegenmaßnahmen an. Auch andere führende europäische Politiker äußerten deutliche Kritik. Daniel Caspary, Chef der deutschen Unionsabgeordneten im Europaparlament, bezeichnete die Maßnahmen als "Vollkatastrophe" und als "handelspolitische Geisterfahrt". Manfred Weber, Präsident der Europäischen Volkspartei, betonte, Europa stehe vereint und sei bereit, seine Interessen zu verteidigen. Er sprach von einem "Tag der Verbitterung" für die transatlantischen Beziehungen.
Innerhalb der EU fordern auch die Grünen eine entschlossene Reaktion, etwa in Form einer Digitalsteuer oder Beschränkungen für US-Banken. Die EU-Kommission bereitet bereits ein Paket mit Gegenzöllen vor, die ab dem 14. April greifen sollen. Konkrete Details stehen jedoch noch aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will sich dazu zeitnah äußern. Auch in Deutschland wird mit wirtschaftlichen Folgen gerechnet. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, warnte vor Preissteigerungen und Umsatzrückgängen. Besonders kleinere Unternehmen könnten durch die Zölle in Existenznot geraten. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, sieht in den US-Zöllen einen grundlegenden Bruch mit der regelbasierten Weltwirtschaftsordnung. Auch der Verband der Chemischen Industrie äußerte Sorgen und forderte eine besonnene Reaktion, um eine Eskalation zu vermeiden.
In weiteren Ländern zeigen sich ähnliche Reaktionen. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte die Zölle "falsch" und plädierte für eine enge Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA. Frankreichs Wein- und Spirituosenbranche erwartet Exportrückgänge von mindestens 20 Prozent. Großbritannien kündigte an, ruhig und entschlossen auf die neuen Zölle reagieren zu wollen, während Australien auf Vergeltungsmaßnahmen verzichten will. Kanada hingegen plant Gegenmaßnahmen und Südkorea stellt Hilfen für betroffene Unternehmen bereit. An den Börsen reagierten Technologiewerte bereits mit deutlichen Kursverlusten. Besonders betroffen waren Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Meta, Tesla und weitere große Unternehmen. Auch die Chipbranche musste Einbußen hinnehmen.
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