Trump und Xi einigen sich auf Sojabohnen-Deal: China erhöht US-Importe deutlich
Telefonat zwischen beiden Präsidenten bringt Entspannung im Handelskonflikt – Taiwan bleibt jedoch Streitthema

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben in einem Telefonat am Mittwoch eine deutliche Ausweitung der chinesischen Sojabohnen-Importe vereinbart. China erwägt, die Einkäufe in der laufenden Saison auf 20 Millionen Tonnen zu erhöhen. Trump bezeichnete das Gespräch als "durchweg sehr positiv" und betonte seine "extrem gute" Beziehung zu Xi.
Die Ankündigung ließ die Sojabohnen-Futures an der Chicago Board of Trade um mehr als 3 Prozent auf ein Zweimonatshoch steigen. Für die in Not geratenen US-Landwirte, eine wichtige Wählergruppe Trumps, ist die Nachricht eine willkommene Erleichterung. Die Überseeverkäufe von US-Sojabohnen waren in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen.
Das Telefonat markiert die erste direkte Kommunikation zwischen beiden Staatschefs seit November und erfolgte nur Stunden nach einem virtuellen Treffen zwischen Xi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Beide Seiten betonten ihr Interesse an stabilen Beziehungen. "Ich messe den chinesisch-amerikanischen Beziehungen große Bedeutung bei", zitierte ein offizieller Bericht Xi.
Taiwan bleibt Konfliktthema
Trotz der positiven Signale beim Handel warnte Peking Washington eindringlich vor weiteren Waffenverkäufen an Taiwan. "Die Vereinigten Staaten müssen Waffenverkäufe an Taiwan sorgfältig handhaben", hieß es in der offiziellen chinesischen Besprechungszusammenfassung. Die USA hatten im Dezember ihr bisher größtes Waffenverkaufsabkommen mit Taiwan angekündigt – Waffen im Wert von 11,1 Milliarden Dollar.
China betrachtet Taiwan als eigenes Territorium, während die Inselrepublik ihre Eigenständigkeit betont. Die USA sind gesetzlich verpflichtet, Taiwan die Mittel zur Selbstverteidigung bereitzustellen, was regelmäßig zu Spannungen mit Peking führt. Taiwan erwartet weitere Waffenlieferungen aus den USA.
Entspannung vor Staatsbesuch
Die Geste des guten Willens erfolgt zwei Monate vor Trumps erwartetem Besuch in Peking im April. Experten sehen darin ein deutliches Signal beider Seiten. "Beide Seiten signalisieren, dass sie die Stabilität in den Beziehungen zwischen den USA und China bewahren wollen", kommentierte Bonnie Glaser vom German Marshall Fund of the United States.
Trump hat in den letzten Monaten seine China-Politik in Schlüsselbereichen gelockert – von Zöllen über fortschrittliche Computerchips bis hin zu Drohnen. Gleichzeitig arbeitet US-Vizepräsident JD Vance an Plänen für einen präferenziellen Handelsblock von Verbündeten, um die Abhängigkeit von chinesischen kritischen Mineralien zu reduzieren.
Herausforderungen für US-Landwirte
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAllerdings gibt es praktische Hürden bei der Umsetzung des Sojabohnen-Deals. Arlan Suderman, Chef-Rohstoffökonom bei StoneX, warnt, dass die US-Vorräte möglicherweise nicht ausreichen, um weitere 8 Millionen Tonnen nach China zu exportieren und gleichzeitig die Nachfrage anderer Importeure zu decken. Dies könnte die US-Sojabohnenpreise in die Höhe treiben und internationale Käufer dazu veranlassen, stattdessen auf brasilianische Sojabohnen auszuweichen.
Kritik an Trumps Verhandlungsführung kam vom demokratischen Abgeordneten Ro Khanna. Er bemängelte, dass die angekündigten Mengen immer noch hinter dem Niveau zurückliegen, das China vor Trumps Amtsantritt importiert hatte. Das chinesische Handelsministerium reagierte zunächst nicht auf Anfragen bezüglich der konkreten Kaufpläne.
Die beiden Präsidenten trafen sich zuletzt im Oktober persönlich in Südkorea, wo ihre aktuelle Handelsruhe vereinbart wurde. Wirtschaftliche Fragen bleiben ein zentraler Brennpunkt zwischen dem größten Verbraucher und der größten Fabrik der Welt.


