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Trump streicht Solarsubventionen: Energiepreise drohen massiv zu steigen

US-Solarentwickler sichern sich Milliarden-Subventionen vor der Frist – danach könnten Energiepreise um bis zu 50% steigen.

Trump streicht Solarsubventionen: Energiepreise drohen massiv zu steigen

US-Solarentwickler befinden sich in einem regelrechten Wettlauf gegen die Zeit. Bis zum 4. Juli müssen sie Bundessubventionen für ihre Projekte sichern – danach drohen drastisch höhere Kosten für erneuerbare Energien. Die betroffenen Steuergutschriften decken mindestens 30% der Projektkosten ab und sind damit ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit von Solar- und Windprojekten in den USA.

Das Auslaufen der rund 20 Jahre alten Subventionen wurde durch das Steuergesetz von Präsident Donald Trump aus dem Jahr 2025 beschleunigt. Laut Analysen könnte der Wegfall die Vertragspreise für Wind- und Solarenergie um 40% bis 50% in die Höhe treiben. Erste Daten aus Texas zeigen laut einer Analyse von LevelTen Energy bereits Preissteigerungen von 120% bei einigen Abschlüssen – ein alarmierendes Signal für den gesamten US-Energiemarkt.

Gigantische Pipeline gesicherter Projekte

Der drohende Verlust der Steuergutschriften hat eine enorme Reaktion in der Branche ausgelöst. Laut dem Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie ist eine Pipeline von mehr als 200 Gigawatt an Solarkapazität entstanden, für die die Gutschriften bereits effektiv gesichert sind. Das entspricht fast der doppelten aktuellen US-Solarkapazität – ein historisch einmaliger Ansturm auf staatliche Förderung.

Entwickler nutzen dabei verschiedene Methoden des sogenannten „Safe Harboring", um die Berechtigung für Steuergutschriften zu sichern. Dazu zählen der Beginn von Bauarbeiten vor Ort, der Kauf wichtiger Ausrüstung, die Erfassung von Arbeitsstunden oder die Verausgabung eines Teils der Projektkosten vor dem Stichtag 4. Juli. Nach den Bundessteuerregeln besteht anschließend ein Zeitfenster von vier Jahren, um die Anlagen fertigzustellen.

„Es sollte denjenigen zur Vorsicht raten, die noch abwarten", sagte Connor Valaik, Senior Manager bei LevelTen, einem Unternehmen, das Verkäufer und Käufer von erneuerbarem Strom zusammenbringt. „Angesichts dieses Wegfalls der Steuergutschriften ist die Zukunft nicht gerade rosig."

Teurer, aber weiterhin wettbewerbsfähig

Trotz der drohenden Kostensteigerungen sehen Solarentwickler auch Lichtblicke. Selbst ohne Subventionen sind Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Onshore-Windkraft laut einer Analyse der Investmentfirma Lazard aus dem Jahr 2025 die günstigsten Formen der Energieerzeugung. Auch kommunale und industrielle Solaranlagen bleiben wettbewerbsfähig gegenüber Erdgas- und Kernkraftwerken.

John Witchel, CEO des in Durango, Colorado, ansässigen gewerblichen Solarentwicklers King Energy, zeigt sich trotz der Herausforderungen zuversichtlich: „Wir können in drei Jahren Projekte mit der gleichen Rentabilität wie heute starten, weil der Energiepreis in den Gebieten, in denen wir tätig sind, bereits so dramatisch gestiegen ist und kein Ende dieses Trends in Sicht ist." Treiber dieser Preissteigerungen ist vor allem die rasant wachsende Nachfrage durch Rechenzentren und Künstliche Intelligenz.

Konkrete Auswirkungen zeigen sich bereits auf Projektebene. Revel Energy, ein Entwickler für gewerbliche Solaranlagen in Irvine, Kalifornien, hat sich Steuergutschriften für etwa 10 Projekte gesichert, realisiert aber normalerweise 15 pro Jahr. Kunden, die Solaranlagen installieren, werden ihre Investition ohne die Steuergutschrift voraussichtlich in fünf bis sechs Jahren amortisieren – verglichen mit derzeit etwa drei Jahren.

Politischer Kontext und Ausblick

Die Entwicklung steht im Widerspruch zu den erklärten Zielen der Trump-Administration, die darauf abzielt, den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erhöhen. Präsident Trump hat wiederholt argumentiert, dass Solar- und Windkraft zu teuer seien, unfaire Subventionen erhielten und weniger zuverlässig seien als fossile Brennstoffe. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Laut der Forschungsorganisation Energy Innovation wird der gesicherte Auftragsbestand die US-Installationen bis zum Ende des Jahrzehnts stützen. Allerdings prognostiziert die Organisation, dass die neue Kapazität im Versorgungsbereich Anfang der 2030er Jahre schrumpfen wird. „Das wird die Preise unweigerlich in die Höhe treiben", warnte Jake Schueller, Partner bei Woven Energy, das indigene Stämme bei der Entwicklung von Energieanlagen unterstützt.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in den USA ein wichtiges Signal: Der Rückzug staatlicher Förderung für erneuerbare Energien kann kurzfristig zu erheblichen Marktverwerfungen führen – auch wenn die Technologien langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

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