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Trump rühmt sich als TikTok-Nummer-eins – was steckt dahinter?

US-Präsident Trump behauptet, die „Nummer 1" auf TikTok zu sein – doch die Realität ist differenzierter als es klingt.

Trump rühmt sich als TikTok-Nummer-eins – was steckt dahinter?

US-Präsident Donald Trump hat sich diese Woche mehrfach damit gebrüstet, die „Nummer 1" auf TikTok zu sein. Mit 16,7 Millionen Followern (Stand: 9. Juli) ist er tatsächlich der meistgefolgte amtierende Staats- oder Regierungschef auf der Plattform – doch im globalen Vergleich aller Nutzer liegt er weit abgeschlagen.

Eine Analyse von CNBC bestätigt Trumps Aussage zumindest in einem wichtigen Teilbereich: Unter den Staats- und Regierungschefs weltweit führt er die Rangliste auf TikTok tatsächlich an. TikTok-CEO Shou Zi Chew hatte dem Präsidenten genau diese Auszeichnung in einer Nachricht mitgeteilt, die Trump anschließend auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte. Das Weiße Haus verwies auf diesen Post, als Journalisten nach einem Kommentar zur Diskrepanz zwischen Trumps Behauptungen und den tatsächlichen Followerzahlen fragten.

Trumps Konkurrenten unter Weltführern

Hinter Trump folgen in der Rangliste der Staatsoberhäupter auf TikTok der salvadorianische Präsident Nayib Bukele mit 12,9 Millionen Followern, Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum mit 9,3 Millionen sowie Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron mit 7,3 Millionen Followern. Viele bedeutende Weltführer sind auf TikTok gar nicht vertreten – darunter Chinas Xi Jinping, Russlands Wladimir Putin sowie zahlreiche Staatsoberhäupter aus dem Nahen Osten. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kommt auf 1,5 Millionen Follower.

Zum Vergleich: Trumps frühere Rivalin bei der Präsidentschaftswahl 2024, die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris, hat 10,1 Millionen Follower auf TikTok gesammelt. Die ehemaligen demokratischen Präsidenten Barack Obama und Joe Biden besitzen keine offiziellen Konten auf der Plattform.

Im globalen Ranking weit von Platz eins entfernt

Misst man Trump an der Gesamtheit aller TikTok-Nutzer, relativiert sich sein Anspruch auf die „Nummer 1" erheblich. Die meisten Follower auf der gesamten Plattform hat der senegalesisch-italienische Influencer Khabane Lame, der für seine komödiantischen Sketche bekannt ist: Er kommt auf 162,3 Millionen Follower – fast das Zehnfache von Trumps Reichweite. Auf Platz zwei folgt die 22-jährige Charli D'Amelio mit 159,2 Millionen Followern. Sie wurde Ende 2019 bekannt, nachdem ihre Tanzvideos viral gingen. Auch Popstar Taylor Swift übertrifft Trump deutlich: Sie zählt 33,5 Millionen Follower – mehr als doppelt so viele wie der US-Präsident.

Trumps TikTok-Inhalte bestehen größtenteils aus kurzen Videos, in denen er im Oval Office sitzt und sich direkt an sein Publikum wendet. Themen sind dabei präsidiale Prioritäten, Ankündigungen und politische Initiativen. Manche Videos wirken dabei lockerer: Ein Clip vom 26. Mai zeigt ihn etwa dabei, wie er erklärt, warum er den Demokraten den Spitznamen „Dumocrats" gegeben hat. Ein weiteres Video aus dem Mai zeigt den Präsidenten, wie er Late-Night-Moderator Stephen Colbert symbolisch in einen Müllcontainer wirft und anschließend zum Village-People-Hit „Y.M.C.A." tanzt.

Trump dominiert auf anderen Plattformen deutlicher

Auf dem NATO-Gipfel dieser Woche erklärte Trump, er nutze TikTok, um über den Erfolg der USA zu sprechen und darüber, „wie schlimm der Kommunismus ist". Auf anderen sozialen Netzwerken ist seine Reichweite ungleich größer: Auf X (ehemals Twitter) folgen ihm 111,7 Millionen Nutzer, auf Instagram 44 Millionen und auf seiner eigenen Plattform Truth Social 12,9 Millionen Follower. TikTok bleibt damit für Trump eine vergleichsweise kleinere, aber politisch bedeutsame Bühne – vor allem mit Blick auf jüngere Wählergruppen.

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