Trump-Regierung senkt Zinsen für Studienkredite bei Autopay
Kreditnehmer mit automatischem Lastschriftverfahren erhalten einen Rabatt von 0,25 Prozentpunkten – doch der Effekt bleibt begrenzt.

Die Trump-Regierung gewährt Inhabern staatlicher Studienkredite einen Zinsrabatt von 0,25 Prozentpunkten, wenn sie am automatischen Lastschriftverfahren (Autopay) teilnehmen. Diese Maßnahme betrifft potenziell Millionen von Amerikanern: Laut dem Congressional Research Service halten über 42 Millionen US-Bürger staatliche Studienkredite, und die ausstehenden Schulden übersteigen insgesamt 1,6 Billionen US-Dollar.
Die Ankündigung fällt in eine Phase großer Unsicherheit für Kreditnehmer. Zig Millionen Schuldner bereiten sich auf eine umfassende Reform des staatlichen Studienkreditsystems vor, die im Sommer 2026 in Kraft treten soll. Grundlage dafür ist das sogenannte „One Big Beautiful Bill"-Gesetz von Präsident Donald Trump, das erschwingliche Rückzahlungspläne und andere Entlastungsmaßnahmen für Kreditnehmer erheblich einschränkt.
Deutlicher Rückgang bei Autopay-Teilnehmern
Trotz der finanziellen Vorteile des automatischen Lastschriftverfahrens nehmen heute nur noch 40 Prozent der Kreditnehmer in der aktiven Rückzahlungsphase daran teil. Vor der Covid-Pandemie lag dieser Anteil noch bei über 80 Prozent – ein drastischer Rückgang, der auf Probleme und Vertrauensverlust hindeutet.
Verbraucherschützer empfehlen Inhabern staatlicher Studienkredite grundsätzlich, sich für automatische Zahlungen anzumelden. Der niedrigere Zinssatz und die Vermeidung versäumter Zahlungen sprechen klar dafür. Dennoch haben einige Kreditnehmer in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit dem System gemacht.
So berichtete CNBC im Jahr 2023 über einen konkreten Fall: Eine Frau, deren monatliche Rate laut ihrem Rückzahlungsplan eigentlich 0 US-Dollar betragen sollte, wurde in einem Monat mit 2.074 US-Dollar belastet. Das Consumer Financial Protection Bureau hat über ähnliche Fehler berichtet und damit auf systemische Schwächen im Abrechnungsprozess hingewiesen.
Experte: Ersparnis bleibt überschaubar
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Zur AktienanalyseHochschul-Experte Mark Kantrowitz dämpft die Erwartungen an den Zinsrabatt. Der Rabatt dürfte den Kreditnehmern keine nennenswerten Beträge ersparen, so der Fachmann. Für deutsche Beobachter ist das US-Studienkreditsystem kaum vergleichbar: Während in Deutschland Studiengebühren weitgehend abgeschafft wurden und staatliche Förderung über das BAföG erfolgt, sind amerikanische Studierende häufig auf Kredite in erheblicher Höhe angewiesen.
Die Kombination aus steigenden Schuldenlasten, eingeschränkten Rückzahlungsoptionen durch das neue Gesetz und einem gesunkenen Vertrauen in automatische Zahlungssysteme stellt viele US-Kreditnehmer vor erhebliche Herausforderungen. Der nun gewährte Zinsrabatt ist zwar ein kleines Signal, löst jedoch die strukturellen Probleme des amerikanischen Studienkreditsystems nicht.


