Trump-Regierung: EPA-Umweltklagen fallen auf historisches Rekordtief
Nur 16 Klagen gegen umweltverschmutzende Unternehmen – ein Rückgang von 76 Prozent

Die Durchsetzung von Umweltgesetzen in den USA ist im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump auf ein historisches Tief gefallen. Laut einem aktuellen Bericht des Environmental Integrity Project (EIP) reichte das US-Justizministerium im Auftrag der Umweltschutzbehörde EPA im Jahr 2025 lediglich 16 Zivilklagen gegen umweltverschmutzende Unternehmen ein.
Dies entspricht einem dramatischen Rückgang von 76 Prozent im Vergleich zum ersten Jahr der Biden-Administration. Noch deutlicher wird der Kontrast zu früheren Regierungen: Im Vergleich zum ersten Jahr von Trumps erster Amtszeit sank die Zahl der Klagen um 81 Prozent, gegenüber dem ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Barack Obama sogar um 87 Prozent.
Die Analyse zeigt einen klaren Trend: Während unter Biden 67 Klagen eingereicht wurden und unter Obama in vergleichbaren Zeiträumen noch mehr, markiert die aktuelle Zahl einen neuen Negativrekord in der US-Umweltpolitik. Auch die Zahl der beigelegten Gerichtsverfahren brach um 64 bis 78 Prozent ein, je nach Vergleichszeitraum.
Massive Kürzungen bei der EPA
Der Rückgang der Vollstreckungsmaßnahmen erfolgt parallel zu weitreichenden Veränderungen in der US-Umweltpolitik. Die Trump-Administration hat die Personalstärke der EPA drastisch reduziert und eine beispiellose Zahl von Umweltvorschriften zurückgenommen, die dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dienen sollten.
Zudem versucht die Regierung, Genehmigungsverfahren für Projekte zur Ausweitung der Produktion fossiler Brennstoffe zu beschleunigen. Diese Maßnahmen stehen im deutlichen Kontrast zur Klimapolitik der Europäischen Union und Deutschlands, wo Umweltstandards kontinuierlich verschärft werden.
Risiken für amerikanische Gemeinden
Jen Duggan, Geschäftsführerin des Environmental Integrity Project, warnt vor den Folgen dieser Politik: "Die Maßnahmen, welche die derzeitige Trump-Administration ergriffen hat, haben amerikanische Gemeinden tatsächlich dem Risiko ausgesetzt, illegaler Luft- und Wasserverschmutzung ausgesetzt zu sein."
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Zur AktienanalyseFür internationale Investoren und Unternehmen mit US-Geschäft bedeutet die schwächere Durchsetzung von Umweltgesetzen einerseits geringere regulatorische Risiken, andererseits aber auch potenzielle Reputationsrisiken. Insbesondere europäische Unternehmen müssen bei US-Investitionen zunehmend eigene ESG-Standards durchsetzen, da die staatliche Kontrolle nachlässt.
Die Entwicklung dürfte auch Auswirkungen auf transatlantische Handelsbeziehungen haben, da die EU verstärkt auf Nachhaltigkeitsstandards in Lieferketten setzt. Der Kontrast zwischen US-amerikanischer und europäischer Umweltpolitik wird damit immer deutlicher.


