Trump plant neue Zölle gegen Länder mit Zwangsarbeit
US-Handelsbeauftragter Greer kündigt baldige Section-301-Maßnahmen an – globaler Basiszoll läuft am Freitag aus.

Die Trump-Administration bereitet neue Handelsmaßnahmen gegen Länder vor, die Zwangsarbeit einsetzen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer bestätigte am Dienstag gegenüber dem Sender CNBC, dass entsprechende Maßnahmen gemäß Section 301 des US-Handelsgesetzes in Kürze vorgestellt werden. Einen genauen Zeitplan nannte er dabei nicht.
„Wir erwarten in Kürze entsprechende Maßnahmen. Einen genauen Zeitplan kann ich derzeit nicht nennen", sagte Greer auf die Frage nach einem Bericht der Financial Times. Dem Bericht zufolge plant die US-Regierung, bald Zölle gegen Dutzende Länder anzukündigen.
Hintergrund: Section 301 und der auslaufende Basiszoll
Der Schritt kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Der befristete globale Zoll von 10 Prozent, den US-Präsident Donald Trump verhängt hatte, läuft am Freitag aus. Die US-Regierung arbeitet seit Monaten an einer neuen Zollstrategie, um den Druck auf Handelspartner wieder aufzubauen. Notwendig wurde dies, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Trumps ursprüngliche globale Zollpolitik im Februar gekippt hatte.
Section 301 des US-Handelsrechts ist ein zentrales Instrument der amerikanischen Handelspolitik. Die Bestimmung autorisiert die Regierung, Untersuchungen zu mutmaßlich unfairen Handelspraktiken einzuleiten und darauf basierend Strafzölle zu verhängen. Sie gilt als eines der schärfsten Werkzeuge im handelspolitischen Arsenal der USA.
Brasilien als erstes Zielland getroffen
Bereits in der vergangenen Woche wurde die neue Strategie erstmals konkret angewendet. Brasilien war das erste Land, das ins Visier geriet: Die US-Regierung belegte brasilianische Waren mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent. Betroffen sind unter anderem Möbel, Ethanol, Maschinen, Schuhe, Zucker und weitere Güter.
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Zur AktienanalyseDas Vorgehen gegen Brasilien gilt als Blaupause für die kommenden Maßnahmen gegen weitere Länder. Die Ankündigung Greers deutet darauf hin, dass die Administration die Zolloffensive nun systematisch ausweiten will – mit Zwangsarbeit als explizitem Begründungsrahmen.
Für deutsche und europäische Unternehmen, die in globale Lieferketten eingebunden sind, könnte die neue US-Zollstrategie erhebliche Konsequenzen haben. Auch Handelspartner der betroffenen Länder müssen mit indirekten Auswirkungen rechnen, wenn US-Zölle Warenströme umlenken und Preise auf den Weltmärkten beeinflussen.


