Trump plant Kernkraftwerke in US-Bundesgewässern bis 2050
Die US-Regierung leitet die Prüfung von Offshore-Kernenergieprojekten ein – als Teil ihrer Agenda zur Ausweitung heimischer Energieproduktion.

Die Trump-Regierung hat am Mittwoch angekündigt, die Prüfung von Kernenergieprojekten in US-Bundesgewässern einzuleiten. Ziel ist es, die heimische Energieproduktion auszuweiten und den Einsatz fortschrittlicher Nukleartechnologien zu beschleunigen. Die Marine Minerals Administration (MMA), die für die Erschließung des amerikanischen äußeren Festlandsockels zuständig ist, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die MMA gab bekannt, eine Vereinbarung mit der Nuclear Regulatory Commission (NRC) unterzeichnet zu haben, um die Aufsicht über potenzielle Offshore-Kernenergieprojekte zu koordinieren. Die beiden Behörden wollen gemeinsam auf Anfragen aus der Industrie reagieren. Konkrete kommerzielle Projekte sind derzeit jedoch noch nicht geplant.
Trumps Ziel: Kernkraftkapazität bis 2050 vervierfachen
US-Präsident Donald Trump verfolgt das ambitionierte Ziel, die amerikanische Kernkraftkapazität bis zum Jahr 2050 zu vervierfachen. Hintergrund ist der stark steigende Strombedarf, der vor allem durch die rasante Expansion von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz verursacht wird. Offshore-Kernkraftwerke könnten dabei als zusätzliche Energiequelle dienen.
Der kommissarische MMA-Direktor Matt Giacona betonte die technische Machbarkeit solcher Anlagen: „Unterwasser-Reaktorsysteme werden seit Jahrzehnten sicher in Marineanwendungen eingesetzt und haben ihr Potenzial als zuverlässige Energiequelle in anspruchsvollen maritimen Umgebungen unter Beweis gestellt." Die Regierung verwies damit auf die langjährige Erfahrung der US-Marine mit nuklearen Antriebssystemen in U-Booten und Flugzeugträgern.
Die Ankündigung reiht sich in eine breitere Strategie des Innenministeriums ein, Bundesgewässer für industrielle Aktivitäten zu öffnen. Bereits Anfang des Monats schlug die Behörde vor, Gebiete vor der Küste von Amerikanisch-Samoa für den Meeresbodenbergbau zu verpachten. Zudem prüft die MMA den Festlandsockel für Infrastrukturen für Weltraumstarts und Wiedereintritte in die Erdatmosphäre.
Windkraft blockiert, Atomkraft gefördert
Bemerkenswert ist der politische Kontrast: Während die Trump-Regierung Offshore-Kernkraft aktiv vorantreibt, hat sie gleichzeitig versucht, die Entwicklung von Offshore-Windparks massiv zu blockieren. Als Begründung für die Verzögerung des Offshore-Windsektors hatte das Innenministerium nationale Sicherheitsbedenken angeführt, darunter mögliche Radarstörungen. Ob ähnliche Sicherheitsaspekte auch für Offshore-Kernkraftwerke geprüft werden, ließ die Regierung auf Anfrage offen.
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Zur AktienanalyseKritik kommt von Umweltorganisationen. Das Center for Biological Diversity (CBD) warnte vor schwerwiegenden Folgen für die Meeresumwelt. „Die Trump-Regierung scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an schrecklichen Ideen für den Missbrauch des Meereslebens zu verfügen, und Kernreaktoren auf rostigen alten Ölplattformen gehören zu den schlimmsten", erklärte Nick Katkevich, Ozean-Kampagner beim CBD.
Konkrete Angaben zu möglichen Standorten der geplanten Offshore-Kernkraftwerke machte die Regierung bislang nicht. Die Initiative befindet sich noch in einer frühen Prüfungsphase, in der zunächst regulatorische Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten zwischen den Behörden geklärt werden sollen. Für Investoren und Energieunternehmen bleibt die Entwicklung dennoch ein wichtiges Signal für die künftige Ausrichtung der US-Energiepolitik.


