Trump plant Kapitalertragsteuer-Senkung vor den US-Zwischenwahlen
US-Präsident Trump erwägt laut Bloomberg Steuersenkungen bei Kapitalerträgen und Immobilienverkäufen als politisches Wahlversprechen.

US-Präsident Donald Trump erwägt, den Kongress zu einer Senkung der Kapitalertragsteuer aufzufordern. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen hochrangigen Wirtschaftsberater und einen ehemaligen Regierungsbeamten. Die geplanten Maßnahmen sollen Teil eines politischen Versprechenspakets für die bevorstehenden Zwischenwahlen im November sein.
Neben der Kapitalertragsteuer zieht Trump demnach auch Steuerbefreiungen für bestimmte Immobilienverkäufe in Betracht. Beide Maßnahmen würden vor allem Anleger und Immobilieneigentümer entlasten – zwei Wählergruppen, die für die Republikanische Partei traditionell von großer Bedeutung sind.
Sinkende Umfragewerte als Antrieb
Die Berichte über potenzielle Steuersenkungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Trump und die Republikanische Partei kämpfen darum, ihre Unterstützung zu festigen, während die Beliebtheitswerte kontinuierlich sinken. Hohe Lebenshaltungskosten, steigende Kraftstoffpreise und ein langwieriger Krieg gegen den Iran haben die Stimmung gegenüber der aktuellen Regierung spürbar verschlechtert.
Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, machte die politische Strategie hinter den Ankündigungen deutlich. „Er (Trump) möchte die Menschen mit den Versprechen dessen erreichen, was wir tun werden, wenn die Republikaner in Zukunft an der Macht sind", sagte Hassett gegenüber Larry Kudlow von Fox Business. „Sie können bis zu den Zwischenwahlen noch viel mehr politische Initiativen erwarten", so Hassett weiter.
Kudlow, der den National Economic Council bereits während Trumps erster Präsidentschaft geleitet hatte, erklärte zudem, er habe kürzlich mit dem Präsidenten über die sogenannte Indexierung von Kapitalerträgen gesprochen. Trump sei offen für diese Idee. Bei der Indexierung von Kapitalerträgen wird die Steuerlast an die Inflation angepasst – Anleger würden damit nur auf den inflationsbereinigten Gewinn besteuert, was die effektive Steuerlast deutlich senken würde.
Wachsendes Haushaltsdefizit als Gegenargument
Die Aussicht auf weitere Steuersenkungen löste bei Gesetzgebern jedoch gemischte Reaktionen aus. Kritiker verweisen auf das stetig wachsende Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten. Das Congressional Budget Office (CBO) teilte am Dienstag mit, dass das Haushaltsdefizit in den ersten zehn Monaten des Jahres 2026 auf geschätzte 1,8 Billionen US-Dollar angewachsen ist.
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Zur AktienanalyseZum Anstieg des Defizits hat laut CBO unter anderem beigetragen, dass die Trump-Administration gezwungen war, einen Großteil der im vergangenen Jahr erhobenen Handelszölle zurückzuerstatten. Hintergrund: Der Oberste Gerichtshof der USA hatte Anfang des Jahres die meisten von Trump eingeführten Zölle für verfassungswidrig erklärt und gekippt. Die daraus resultierenden Rückerstattungen belasten den Bundeshaushalt erheblich.
Für deutsche Anleger mit US-Investments sind die Entwicklungen rund um die amerikanische Steuerpolitik von Bedeutung, da Änderungen bei der Kapitalertragsteuer die Attraktivität von US-Aktien und Immobilien als Anlageklasse beeinflussen können. Ob Trump seine Pläne tatsächlich in konkrete Gesetzgebung umsetzen kann, hängt maßgeblich vom Ausgang der Zwischenwahlen im November ab.


