Trump-Offensive: Verteidigungsbudget soll um 50% steigen
US-Präsident Donald Trump fordert eine drastische Erhöhung des Verteidigungshaushalts auf 1,5 Billionen Dollar bis 2027. Gleichzeitig verbietet er Rüstungskonzernen Dividenden und Aktienrückkäufe, bis die Waffenproduktion gesteigert wird.

Die globalen Finanzmärkte stehen unter dem Einfluss einer Flut geopolitischer Entscheidungen aus Washington. Die Wall Street gab am Mittwoch nach einem anfänglichen Rekordhoch nach, während asiatische Börsen am Donnerstag im Minus schlossen. Besonders betroffen sind Verteidigungs- und Energieunternehmen.
Drastische Budgeterhöhung geplant
US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch an, den Militärhaushalt bis 2027 auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen zu wollen – ein Anstieg von über 50 Prozent gegenüber den vom Kongress für 2026 genehmigten 901 Milliarden Dollar. Die Maßnahme bedarf der Zustimmung des Kongresses, wobei Budgetexperten die Machbarkeit einer derart drastischen Erhöhung skeptisch bewerten.
Parallel dazu erließ das Weiße Haus eine Durchführungsverordnung, die Verteidigungsunternehmen mit sofortiger Wirkung verbietet, Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen. Die Anordnung bleibt in Kraft, "bis sie in der Lage sind, ein überlegenes Produkt pünktlich und im Rahmen des Budgets zu liefern".
Kursturbulenzen bei US-Rüstungskonzernen
Die Aktien amerikanischer Verteidigungsriesen gerieten zunächst unter Druck. Lockheed Martin verlor 4,8 Prozent, Northrop Grumman 5,5 Prozent und General Dynamics 3,6 Prozent. Raytheon, eine Einheit von RTX, die Trump namentlich in einem Truth Social-Post erwähnte, büßte 2 Prozent ein. Im nachbörslichen Handel erholten sich die Titel jedoch wieder.
Europäische Rüstungsaktien profitierten hingegen von den Ankündigungen und erreichten am Donnerstagmorgen neue Rekordhochs. Anleger gehen davon aus, dass die erhöhten US-Verteidigungsausgaben auch die NATO-Partner zu höheren Militärbudgets veranlassen werden.
Energiemärkte unter Druck
Trump kündigte am Dienstag den Verkauf von bis zu 50 Millionen Barrel venezolanischem Rohöl an, das unter US-Sanktionen festsitzt. Die USA rollen dafür "selektiv Sanktionen" gegen venezolanisches Öl zurück. Die Einnahmen sollen zur Stabilisierung der venezolanischen Wirtschaft und zur Entschädigung von Exxon Mobil und ConocoPhillips für verstaatlichte Vermögenswerte verwendet werden.
Die Ölpreise beruhigten sich am Donnerstag nach zweitägigen Rückgängen. Venezuelas Ölproduktion ist seit den 1970er Jahren von 3,7 Millionen Barrel pro Tag auf etwa 1 Million bpd im Jahr 2025 gefallen – rund 1 Prozent der globalen Produktion.
Arbeitsmarktdaten im Fokus
Abseits der geopolitischen Schlagzeilen zeigten US-Arbeitsmarktdaten ein gemischtes Bild. Der JOLTS-Bericht wies auf ein 14-monatiges Tief bei Stellenangeboten hin, während die Neueinstellungen schleppend blieben. Der ADP-Bericht meldete einen Zuwachs von 41.000 Arbeitsplätzen im Privatsektor nach einem Rückgang von 29.000 im November.
Am Freitag wird der entscheidende Bericht zu den Nicht-Farm-Beschäftigten für Dezember erwartet. Ökonomen rechnen mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,6 auf 4,5 Prozent. Eine deutlichere Bewegung in Richtung 5 Prozent wäre nötig, um die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die Federal Reserve zu erhöhen.
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Zur AktienanalyseSamsung Electronics prognostizierte am Donnerstag einen dreifachen Anstieg des operativen Gewinns im vierten Quartal auf einen Rekordwert, angetrieben durch KI-befeuerte Nachfrage nach Speicherchips.
Warner Bros Discovery lehnte das überarbeitete feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance in Höhe von 108,4 Milliarden Dollar einstimmig ab und bezeichnete es als "riskanten Hebelkauf".
Nvidia verlangt von chinesischen Kunden für H200 KI-Chips vollständige Vorauszahlung, um sich gegen Unsicherheiten bei der Genehmigung durch Peking abzusichern.
Ausblick
Der Jahresstart verlief für US-Aktien sehr stark, und Investoren hoffen auf ein viertes Jahr in Folge mit zweistelligen Renditen. Marktexperten warnen jedoch vor erhöhten Bewertungen, die die Rally gefährden könnten. Die kommenden Arbeitsmarktdaten werden entscheidend für die weitere Entwicklung sein.


