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Trump Media verlangt 100.000 Dollar monatlich für schnellen Post-Zugang

Wall-Street-Händler sollen für Echtzeit-Zugriff auf Trump-Posts zahlen – Demokraten sprechen von unethischem Profit aus dem Präsidentenamt.

Trump Media verlangt 100.000 Dollar monatlich für schnellen Post-Zugang

Die Trump Media & Technology Group (TMTG), Eigentümerin der Plattform Truth Social, hat Gespräche mit Wall-Street-Händlern und Investmentfirmen über einen kostenpflichtigen Datenfeed geführt. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen soll der Zugang bis zu 100.000 US-Dollar pro Monat kosten. Bei Abschluss eines Dreijahresvertrags bietet das Unternehmen demnach einen vergünstigten Tarif von 60.000 Dollar monatlich an.

Am Donnerstag stellte TMTG offiziell ein neues Produkt namens „Truth API" vor. Dieser lizenzierte Datenfeed soll Banken und Handelsfirmen den schnellsten Zugriff auf Beiträge der zehn einflussreichsten Truth-Social-Konten ermöglichen. Konkrete Preisdetails nannte das Unternehmen dabei nicht. Der Start ist für den 1. August geplant, und TMTG gab an, bereits erste Kunden gewonnen zu haben.

Millisekunden entscheiden über Millionengewinne

Der Hintergrund des Angebots ist klar: Trumps Social-Media-Beiträge bewegen regelmäßig die Finanzmärkte. Ein prominentes Beispiel lieferte der 9. April 2025, als Trump auf Truth Social ankündigte, viele seiner neuen Zölle für 90 Tage auszusetzen. Die wichtigsten Indizes an der Wall Street drehten daraufhin deutlich ins Plus. Für Hochfrequenzhandelsfirmen kann ein Vorsprung von wenigen Millisekunden bei großen Transaktionen Gewinne in Höhe von Hunderttausenden Dollar bedeuten.

Das neue Produkt soll eine Rund-um-die-Uhr-Abdeckung einflussreicher Beiträge bieten und ein Archiv enthalten, das bis ins Jahr 2022 zurückreicht. Zu den meistgefolgten Konten auf Truth Social gehören Trump selbst sowie Personen aus seinem engen Umfeld, darunter seine Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump sowie prominente Unterstützer wie Dan Bongino und Sean Hannity.

Scharfe Kritik aus dem demokratischen Lager

Der Schritt stieß umgehend auf politischen Widerstand. US-Senator Ron Wyden aus Oregon, der ranghöchste Demokrat im Finanzausschuss des Senats, erklärte, die Vereinbarung würde der Familie Trump finanziell zugutekommen und „Wall-Street-Händler reich machen". US-Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete es als „ein ungeheuerliches Komplott, um von der Präsidentschaft zu profitieren und die Wall Street zu bereichern, während nichts getan wird, um den Amerikanern zu helfen".

Donald Sherman, Präsident der überparteilichen Beobachtungsgruppe Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, nannte die Vereinbarung „in hohem Maße unethisch". Er räumte jedoch ein, dass es anhand öffentlich zugänglicher Informationen schwer festzustellen sei, ob dies illegal sei. Sherman und andere Experten weisen darauf hin, dass die Emoluments-Klauseln der US-Verfassung, die Korruption verhindern sollen, in diesem Fall nicht greifen würden. Diese untersagen es Bundesbeamten, ohne Zustimmung des Kongresses Geschenke von ausländischen Regierungen anzunehmen, und dem Präsidenten, Geschenke von Bundesstaaten zu erhalten.

Auch das Argument des Insiderhandels greife laut Sherman nicht: Bundesvorschriften verbieten zwar den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers auf Basis wesentlicher, nicht öffentlicher Informationen – diese Einschränkung würde jedoch nicht gelten, wenn potenziell Hunderte oder Tausende von Menschen einen früheren Zugang zu Trumps Beiträgen erhielten. „Ich glaube nicht, dass der Kongress oder irgendeine Aufsichtsbehörde jemals in Betracht gezogen hat, dass ein Präsident oder ein Marktakteur eine solche Vereinbarung über den bezahlten Zugang treffen würde", sagte Sherman.

Neue Einnahmequelle für ein schwächelndes Unternehmen

TMTG sah sich zuletzt mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Im intensiven Wettbewerb mit deutlich größeren Social-Media-Plattformen kämpft das Unternehmen um den Ausbau seines Mediengeschäfts. Die Truth-API-Initiative wäre der erste Vorstoß des Unternehmens in den Bereich der Datenlizenzierung und würde eine völlig neue Einnahmequelle erschließen.

Der Donald J. Trump Revocable Trust hält laut Zulassungsunterlagen rund 114,75 Millionen Aktien von TMTG, was etwa 41 Prozent aller ausstehenden Aktien entspricht. Der Treuhandfonds, den Trumps Kinder beaufsichtigen, verwaltet die Investitionen des Präsidenten. Während das Weiße Haus erklärt hat, dass Trumps Geschäftsimperium von seinen Kindern beaufsichtigt wird, ist der Präsident der Begünstigte der Einnahmen, die in diesen Treuhandfonds fließen.

Die TMTG-Aktie, die in diesem Jahr bereits rund 27 Prozent an Wert verloren hat, schloss am Freitag nahezu unverändert bei 9,66 Dollar. Das entspricht einem Marktwert von etwa 2,7 Milliarden US-Dollar. Das Weiße Haus verwies Fragen zu den Äußerungen der Demokraten an TMTG, das zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme reagierte.

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