Trump kündigt Iran-Gespräche an und setzt keine Frist
US-Präsident Trump bestätigt Verhandlungen mit dem Iran für Montag – ohne Frist und ohne Details zu Ort oder Teilnehmern.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass am Montagnachmittag Gespräche mit dem Iran stattfinden werden. Details zu Ort oder Beteiligten nannte er nicht. Zuvor hatte er einen unmittelbar bevorstehenden Militärangriff abgesagt, um Raum für diplomatische Lösungen zu schaffen.
Trump hatte bereits am späten Samstag auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, dass der Iran und andere Länder des Nahen Ostens um Zeit gebeten hätten, um ein Abkommen abzuschließen. Dieses solle zur „unverzüglichen, vollständigen und totalen" Wiederöffnung der Straße von Hormus und „einem Ende der nuklearen Bedrohung durch den Iran" führen. Gleichzeitig betonte er, Teheran müsse „schnell einen DEAL" abschließen.
Auf die Frage, ob es eine Frist für den Iran gebe, verweigerte Trump eine klare Antwort. „Ob ich lieber ein Abkommen schließen würde? Ich bin nicht darauf aus, Menschen zu töten, denn Menschen sterben, viele Menschen sterben, und das wollen wir nicht", sagte der US-Präsident gegenüber Reportern bei seiner Rückkehr nach Washington.
Straße von Hormus: Energieversorgung und wirtschaftlicher Druck
Im Zentrum des Konflikts steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor Kriegsbeginn wurden über diese Meerenge rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert. Der Iran hat die Straße weitgehend geschlossen, was die Energiepreise in die Höhe getrieben und die allgemeine Inflation angeheizt hat. Die Ölpreise fielen am Montag im frühen Handel um mehr als vier Prozent – ein Zeichen dafür, dass die Märkte die Deeskalationssignale positiv aufnahmen.
Trump argumentierte, sein erklärtes Ziel, den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern, rechtfertige kurzfristig höhere Treibstoffkosten. Der wirtschaftliche Druck hat ihn jedoch politisch unter Zugzwang gesetzt, einen Weg zur Beendigung des Konflikts zu finden. Der Krieg, den Trump Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen hatte, hat sich über den Golf bis zum Roten Meer und sogar auf eine Anlage am Mittelmeer in Ägypten ausgeweitet.
Irans Außenminister Abbas Araqchi führte unterdessen Telefongespräche mit seinem saudischen Amtskollegen Prinz Faisal bin Farhan sowie dem pakistanischen Armeechef Asim Munir, um diplomatische Bemühungen zu erörtern. Die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete zudem, dass sich die Verhandlungen zwischen Teheran und dem Oman über die Straße von Hormus in der Endphase befänden.
Irans Position und israelische Warnung
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Zur AktienanalyseDer Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, die Verhandlungen konzentrierten sich auf die Vereinbarung einer neuen Route durch die Meerenge. Er betonte jedoch, dies stehe „in keinem Zusammenhang mit der Öffnung oder Schließung der Straße von Hormus. Das ist eine separate Diskussion." Im vergangenen Monat hatte der Iran bereits einen von den Golfstaaten unterstützten omanischen Vorschlag zur Verwaltung der gemeinsamen Meerenge öffentlich abgelehnt. Dieser sah laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen die Erhebung freiwilliger Gebühren für die Nutzung der Durchfahrt vor.
Israel signalisierte derweil enge Koordination mit den USA. Eli Cohen, Israels Energieminister und Mitglied des Sicherheitskabinetts von Premierminister Benjamin Netanjahu, sagte: „Mit oder ohne Abkommen und ungeachtet externer Verpflichtungen: Wenn der Iran versucht, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen oder seine ballistische Raketenindustrie voranzutreiben, werden wir zur Stelle sein. Wir werden handeln und wir werden zuschlagen." Trump und Netanjahu hatten sich bereits am Dienstag in Washington getroffen, wobei ein israelischer Beamter erklärte, sie hätten alle möglichen Wege zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms ausgelotet – einschließlich Diplomatie, wirtschaftlichem Druck und Gewalt.
Teheran bestreitet seinerseits, nach einer Atomwaffe zu streben. Trumps jüngste Deeskalation ist die neueste Wendung in einem Konflikt, der seit Monaten zwischen Eskalationsdrohungen und Gesprächsangeboten pendelt – bislang ohne umfassendes Abkommen.


