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Trump kürzt Budget für strategische Ölreserve

US-Notvorrat bleibt halbvoll – trotz Exportboom und geopolitischer Risiken

Trump kürzt Budget für strategische Ölreserve

Trotz früherer Versprechen hat US-Präsident Donald Trump mit seinem neuen Haushaltsgesetz die Mittel zur Auffüllung der strategischen Erdölreserve (SPR) drastisch gekürzt. Die geplanten Ausgaben für Rückkäufe von Öl wurden von ursprünglich 1,3 Milliarden US-Dollar auf lediglich 171 Millionen Dollar für den Zeitraum 2025 bis 2029 reduziert. Weitere 218 Millionen Dollar sind für Wartungskosten vorgesehen. Diese Kehrtwende steht im Widerspruch zu Trumps Ankündigung, die Reserve „bis ganz nach oben“ füllen zu wollen.

Die SPR, die 1975 nach der Ölkrise als Reaktion auf das arabische Ölembargo gegründet wurde, ist die weltweit größte Notfallreserve für Rohöl. Bei voller Auslastung bietet sie Platz für 714 Millionen Barrel – das entspricht etwa 35 Tagen des US-Ölverbrauchs. Aktuell sind jedoch nur 403 Millionen Barrel eingelagert. Der Höchststand wurde im Jahr 2010 mit 727 Millionen Barrel erreicht. Die Reserve fiel im Juli 2023 sogar auf ein 40-Jahres-Tief von 347 Millionen Barrel, nachdem die Regierung Biden 2022 große Mengen freigegeben hatte, um steigende Preise infolge des Ukraine-Kriegs zu dämpfen.

Ein vollständiges Auffüllen der SPR würde laut aktuellen Rohölpreisen mehr als 21 Milliarden US-Dollar kosten und sich über Jahre hinziehen. Trump erklärte zwar am 1. Juli, dass er den Speicher bei günstigen Marktbedingungen wieder auffüllen wolle, doch bleibt fraglich, ob ein solcher Schritt noch notwendig ist. Denn die Vereinigten Staaten sind seit Oktober 2019 Nettoexporteur von Rohöl und raffinierten Produkten – eine Entwicklung, die wesentlich auf den Boom bei der Schieferölförderung zurückgeht.

Die Internationale Energieagentur verpflichtet ihre Mitglieder nur dann zum Aufbau strategischer Reserven, wenn sie mehr Öl importieren als exportieren. Da die USA inzwischen mehr ausführen als einführen, entfällt diese Pflicht. Dennoch importiert das Land weiterhin große Mengen Rohöl – im vergangenen Jahr waren es 6,6 Millionen Barrel pro Tag, davon über die Hälfte aus Kanada – sowie raffinierte Produkte, insbesondere in Regionen mit begrenzter Raffineriekapazität.

Die strategischen Reserven behalten somit trotz veränderter Marktbedingungen eine sicherheitspolitische Bedeutung. Sie dienen als Puffer bei internationalen Krisen und sind ein außenpolitisches Instrument. Trumps Kurswechsel beim Budget für die SPR unterstreicht jedoch die veränderte Rolle der USA auf dem globalen Energiemarkt – als dominanter Produzent, nicht mehr primär als abhängiger Importeur.

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