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Trump kritisiert Chevron und Exxon wegen übermäßiger Gewinne

US-Präsident Trump fordert von den großen Ölkonzernen niedrigere Benzinpreise und gibt seinen Unmut offen zu.

Trump kritisiert Chevron und Exxon wegen übermäßiger Gewinne

US-Präsident Donald Trump hat am Montag seinen Druck auf die großen amerikanischen Ölkonzerne deutlich erhöht. In einem Gespräch mit Reportern im Oval Office erklärte er, Chevron und Exxon Mobil würden „zu viel Geld verdienen" und sollten einen Teil ihrer Gewinne in Form niedrigerer Benzinpreise an die Verbraucher weitergeben. Die Aussagen markieren eine ungewöhnlich scharfe Kritik eines republikanischen Präsidenten an einer Branche, die traditionell als enger Verbündeter der Partei gilt.

„Wenn man sich ein Unternehmen ansieht, das das Zwölffache dessen verdient hat, was es im Vorjahr verdient hat, dann sollten sie einen Teil davon an die Öffentlichkeit zurückgeben", sagte Trump. „Und sie sollten besser den Einzelhandelspreis, den Verbraucherpreis, senken." Bereits zuvor hatte Trump ähnliche Aussagen in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht und dabei Chevron-CEO Mike Wirth namentlich kritisiert, weil dieser in einem Fernsehinterview die Unterstützung der Regierung für die Ölindustrie nicht ausreichend gewürdigt habe.

Trump verwies darauf, dass seine Regierung der Branche erhebliche Vorteile verschafft habe – darunter die Wiederöffnung Venezuelas als Markt. Chevron sei in das Land zurückgekehrt, nachdem das Unternehmen zuvor zum Rückzug gezwungen worden war, und stehe nun vor erheblichen Gewinnen. Diese Argumentation weitete Trump auf die gesamte Branche aus und forderte die Ölkonzerne auf, die Kraftstoffpreise an den Tankstellen unverzüglich zu senken.

Politischer Druck vor den Zwischenwahlen

Obwohl Trump sich selbst als Verfechter der freien Marktwirtschaft bezeichnete, ließ er keinen Zweifel an seiner Unzufriedenheit. „Sie sind überrascht, dass ich das sage. Ich sage es laut und deutlich: Ich bin nicht glücklich darüber", so der Präsident. Der Hintergrund dieser Aussagen ist auch politischer Natur: Steigende Benzinpreise und der allgemeine Druck durch die Lebenshaltungskosten stellen eine ernsthafte Herausforderung für die Republikanische Partei vor den Zwischenwahlen im November dar. Bei diesen Wahlen versuchen die Republikaner, ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verteidigen und die Kontrolle über den Senat zu behalten.

Die weltweiten Rohölpreise waren zuletzt gefallen, nachdem Trump am Wochenende einen geplanten Militärschlag gegen den Iran abgesagt hatte. Allerdings bewegen sich die Benzinpreise für Endverbraucher nicht immer im Gleichschritt mit den Rohölpreisen – ein Umstand, der die politische Lage für die Regierung zusätzlich erschwert.

Rekordgewinne bei US-Ölkonzernen

Die jüngsten Quartalsergebnisse der großen US-Energieunternehmen unterstreichen, warum Trump das Thema aufgreift. Exxon Mobil, Chevron, Valero Energy und Marathon Petroleum meldeten allesamt starke Erträge, begünstigt durch höhere Rohölpreise und Raffineriemargen im Zuge des Iran-Konflikts. Valero verzeichnete dabei das stärkste Quartalsergebnis seit der Energiekrise 2022, die durch die russische Invasion in der Ukraine ausgelöst worden war. Chevron verbuchte den höchsten Quartalsgewinn seit sechs Jahren.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Situation bemerkenswert: Ein US-Präsident, der traditionell für Deregulierung und Marktfreiheit steht, übt öffentlich Druck auf börsennotierte Unternehmen aus, ihre Preispolitik zu ändern. Ob Trumps Appelle tatsächlich zu Preissenkungen an den Zapfsäulen führen werden, bleibt abzuwarten – die Ölkonzerne haben sich bislang nicht öffentlich zu den Forderungen geäußert.

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