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Trump greift US-Wissenschaftsförderung an und gefährdet Innovationskraft

Die Trump-Administration plant massive Kürzungen bei Forschungsgeldern – mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und geopolitische Stärke der USA.

Trump greift US-Wissenschaftsförderung an und gefährdet Innovationskraft

Die Trump-Administration verschärft ihren Angriff auf die amerikanische Wissenschaftsgemeinschaft. Neue Pläne sehen vor, dass politisch Ernannte laufende Forschungsstipendien prüfen und beenden können – sofern diese nicht die „Prioritäten des Präsidenten vorantreiben". Kritiker warnen, dass dies die Innovationskraft der USA langfristig gefährdet.

Vannevar Bush, der Wegbereiter der US-amerikanischen Forschungspolitik der Nachkriegszeit, bezeichnete die Grundlagenforschung einst als „Schrittmacher des technologischen Fortschritts". In einem Brief an Präsident Franklin D. Roosevelt begründete er die Notwendigkeit staatlicher Wissenschaftsförderung: Wissenschaftlicher Fortschritt sei „ein wesentlicher Schlüssel für unsere Sicherheit als Nation, für unsere bessere Gesundheit, für mehr Arbeitsplätze, für einen höheren Lebensstandard und für unseren kulturellen Fortschritt." Viele der bedeutendsten technologischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts – von der Kernkraft bis zum Internet – wurden maßgeblich durch staatliche US-Forschungsgelder ermöglicht.

Heute steht dieses Erbe unter Druck. Die Haushaltsbehörde des Präsidenten hat eine Richtlinie vorgeschlagen, die politisch Ernannten weitreichende Kontrolle über laufende Forschungsprojekte einräumen würde. Gleichzeitig veröffentlichte das Weiße Haus einen Bericht, der die Rolle der Universitäten in der nationalen Forschungsstrategie verringern und Biowissenschaften wie die Biomedizin depriorisieren will.

Milliardenschwere Kürzungen bereits in vollem Gange

Dies ist nicht der Beginn der Angriffe auf die Wissenschaftsförderung. Bereits die ursprünglichen Haushaltspläne der Trump-Regierung sahen die Streichung von mehr als einem Drittel aller nicht-militärischen Mittel für Forschung und Entwicklung vor – der Kongress setzte diese Kürzungen jedoch letztlich nicht um. Im vergangenen Jahr stoppte die Regierung dennoch Mittel der National Science Foundation und der National Institutes of Health in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar. Betroffen waren Bereiche wie Informatik, Neurowissenschaften und Krebsbiologie. Zudem verloren die staatlichen Wissenschaftsbehörden im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent ihres Personals.

Die offiziellen Begründungen für die Kürzungen verweisen auf die hohen Haushaltsdefizite der USA sowie auf eine angebliche liberale Voreingenommenheit bei Themen wie Klima und ethnischer Herkunft. Kritiker halten dem entgegen, dass viele der massivsten Einschnitte die harten Naturwissenschaften getroffen haben – von der Pharmakologie über die Physik bis hin zur Chemie – und mit diesen politischen Themen wenig zu tun haben.

Geopolitische Risiken: China wartet auf seine Chance

Ökonomen und Wissenschaftspolitiker warnen vor den langfristigen Folgen. Regierungen verfügen über die Größe und den Zeithorizont für Investitionen, die dem Privatsektor fehlen. Im Gegensatz zu Unternehmen, die kurzfristige Gewinne maximieren müssen, können Staaten Wetten eingehen, die sich nicht sofort auszahlen, aber langfristige Vorteile bringen.

Die geopolitische Dimension ist dabei besonders brisant. Überlegene Technologien spielten eine entscheidende Rolle dabei, das 20. Jahrhundert zum „amerikanischen Jahrhundert" zu machen. Wenn die USA ihre beträchtlichen Vorteile in der wissenschaftlichen Forschung verspielen, ist China bereit, diese Lücke zu füllen. Die Regierung hat sich zwar für mehr Mittel im Bereich Künstliche Intelligenz eingesetzt – einem Feld, in dem der Privatsektor jedoch bereits führend ist. Der Bericht des Weißen Hauses hebt zudem Kernfusions- und Quantentechnologien hervor, doch die Regierung muss erst noch beweisen, dass sie bereit ist, diese Bereiche in großem Umfang zu finanzieren.

Die Pläne, politischen Akteuren die Aufsicht über die Forschung zu ermöglichen, drohen die wissenschaftliche Arbeit der Willkür von Wahlzyklen auszusetzen. Amerikanische Forschung und Entwicklung haben die digitale Revolution ermöglicht und enormen Wohlstand geschaffen – in den USA und weltweit. Indem die derzeitige Regierung versucht, die wissenschaftliche Forschung zu politisieren, riskiert sie, die Führungsrolle der USA bei den Technologien von morgen zu verspielen.

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