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Trump forciert Ausweispflicht für US-Wahlen – Republikanische Mehrheit wächst

Präsident plant Dekret für nationale Wähleridentifikation trotz verfassungsrechtlicher Bedenken der Opposition.

Trump forciert Ausweispflicht für US-Wahlen – Republikanische Mehrheit wächst

US-Präsident Donald Trump intensiviert seine Bemühungen für eine bundesweite Ausweispflicht bei Wahlen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte am Mittwoch, dass Trump "rechtliche Optionen für ein potenzielles Dekret" prüfe. Dies folgt auf Trumps Ankündigung, notfalls auch ohne Zustimmung des Kongresses eine Ausweispflicht für alle Wähler durchzusetzen.

Die Initiative löst heftige Kontroversen zwischen den Parteien aus. Während Demokraten und Wahlrechtsgruppen vor einer "existenziellen Bedrohung" für amerikanische Wahlen warnen, wächst die Unterstützung bei republikanischen Kongressmitgliedern. Der demokratische Abgeordnete Joe Morelle aus New York verwies auf die Verfassung: "Die Verfassung ist ziemlich eindeutig" in Bezug auf die Kompetenzverteilung bei Wahlgesetzen.

SAVE America Act im Kongress

Im Repräsentantenhaus wurde bereits ein entsprechender Gesetzentwurf verabschiedet. Der SAVE America Act passierte letzte Woche mit 218 zu 213 Stimmen das Repräsentantenhaus. Nur ein einziger Demokrat, der texanische Abgeordnete Henry Cuellar, stimmte dafür. Der Entwurf fordert einen Staatsbürgerschaftsnachweis für die Wählerregistrierung und die Vorlage eines Ausweises bei der Stimmabgabe.

Im Senat steht die Maßnahme vor einer schwierigen Hürde. Die Regeln erfordern 60 Stimmen zur Überwindung eines Filibusters, was bedeutet, dass mehrere Demokraten mit den Republikanern stimmen müssten. Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska ist die einzige Republikanerin, die sich öffentlich gegen den Gesetzentwurf ausspricht. Senatsmehrheitsführer John Thune hat eine Abstimmung versprochen, steht einer Änderung der Filibuster-Regel jedoch skeptisch gegenüber.

Kritik an möglicher Entrechtung

Gegner des Gesetzentwurfs warnen vor weitreichenden Konsequenzen. Sie befürchten, dass die Gesetzgebung Millionen von Menschen das Wahlrecht entziehen und Hürden für Minderheiten, Studenten und verheiratete Frauen schaffen könnte, die ihren Nachnamen geändert haben. Stanton vom New Democrat Coalition Action Fund bezeichnete Trumps Drohung, einseitig Ausweispflichten einzuführen, als "reine Prahlerei".

Weitergehende Reformpläne

Ein noch umfassenderer Vorschlag liegt bereits vor. Der Make Elections Great Again Act des Abgeordneten Bryan Steil würde zusätzlich zur Ausweispflicht Briefwahlstimmen disqualifizieren, die nach Schließung der Wahllokale eingehen. Zudem würde er die Bundesstaaten zur Verwendung prüfbarer Papierstimmzettel verpflichten und "Ballot Harvesting", Rangfolgewahlen sowie die allgemeine Briefwahl verbieten. Der Ausschuss für Hausverwaltung hielt letzte Woche eine Anhörung zu diesem Gesetzentwurf ab.

Trump plant unterdessen für Donnerstag eine Reise nach Georgia, um über Wirtschaftsthemen zu sprechen. Der Bundesstaat war zuletzt Schauplatz einer FBI-Razzia in Fulton County, einem Bezirk, den Trump 2020 gegen Joe Biden verlor. Auf Truth Social teilte der Präsident weiterhin unbegründete Behauptungen über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl 2020.

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