Trump erhöht Druck auf US-Notenbank
Präsident erwägt Zwangsmaßnahmen – Fed wartet auf klare wirtschaftliche Signale

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve. Trotz anhaltender Kritik am derzeitigen Leitzinsniveau kündigte Trump vor Reportern im Weißen Haus an, möglicherweise zu nicht näher beschriebenen Zwangsmaßnahmen zu greifen. Zwar betonte er, dass eine Entlassung des Notenbankchefs Jerome Powell nicht geplant sei, ließ jedoch offen, welche konkreten Schritte er erwäge. „Ich muss vielleicht etwas erzwingen“, sagte Trump – ohne weitere Details zu nennen.
Der Präsident hatte sich in der Vergangenheit wiederholt über das Zinsniveau beklagt, das sich derzeit im Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent bewegt. Aus seiner Sicht sei dieser Satz zu hoch und eine Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung. Bereits am Freitag hatte Trump angekündigt, er werde bald über einen möglichen Nachfolger für Powell entscheiden. Ein guter Vorsitzender der Federal Reserve, so Trump, würde die Zinsen senken.
Die Federal Reserve hingegen verfolgt weiterhin eine abwartende Haltung. Laut Powell sei derzeit noch nicht ausreichend klar, wie sich die politische Neuorientierung der Trump-Administration auf Inflation und Arbeitsmarkt auswirken werde. Erst wenn dazu mehr Erkenntnisse vorlägen, sei eine Entscheidung über eine mögliche Zinssenkung angebracht. Die Notenbank betont seit jeher ihre Unabhängigkeit von politischen Einflussnahmen – eine Haltung, die in der Vergangenheit bei Versuchen Trumps zur Einflussnahme immer wieder betont wurde.
Die Ankündigung möglicher Eingriffe des Präsidenten hat an den Finanzmärkten in der Vergangenheit bereits zu Unsicherheiten geführt. Befürchtet wird vor allem, dass eine Schwächung der Unabhängigkeit der Fed zu Vertrauensverlust und Instabilitäten führen könnte. Dennoch bleibt die Zentralbank bislang bei ihrem Kurs und hat sich nicht von den öffentlichen Forderungen aus dem Weißen Haus beeinflussen lassen.
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Zur AktienanalyseDer nächste offizielle Zinsentscheid der Federal Reserve steht für den 18. Juni auf dem Kalender. Marktbeobachter gehen allerdings mehrheitlich davon aus, dass eine mögliche Senkung des Leitzinses frühestens im September erfolgen könnte. Bis dahin dürfte das Verhältnis zwischen Präsident und Notenbankchef weiterhin angespannt bleiben.


